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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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60 unserer Arbeit in Asien gefallen und geheiligt sein um Christi, des Erstgeborenen willen. Durch seine klare evangelische Frömmigkeit besiegte er auch stets die ihn angreifenden römischen und griechischen Priester. In Rom erbittet er sich vom päpstlichen Bibliothekar (einem Priester) ein Buch, das in dem Verzeichniß der verbotenen Bücher stand. Derselbe antwortet ihm, nur der dürfe es empfangen, der eine Licenz habe, ob er dieselbe denn besitze? Woltersdorf antwortete ihm: „Ja, die habe ich von Oben her" und wies dabei gen Himmel. Der Pater ließ sich diese Autorität gefallen und lieh dem Ketzer das verlangte Buch. Und auf einer Seefahrt nach Venedig antwortete er den in ein religiöses Gespräch mit ihm eingetretenen Franziskanern mit solcher Klarheit, daß sie zuletzt nur in der Flucht ihr Heil fanden. Bei der Ersteigung der Kuppel der St. Peters- Kirche in Rom aber ließ er von der höchsten Höhe derselben herab seinen evangelischen Glauben in diesen Dom hinein erschallen, indem er das Lutherlied: „Ein feste Burg ist unser Gott" anstimmte, in das die anderen Gefährten denn mit ihm einfielcn. Sein evangelischer Glaube war sein innerstes schönstes Erbe und Eigenthum, und die Predigten, welche er hin und her während seiner Reise hielt, zeugten von solcher Reife der christlichen Erfahrung, daß sie eben deßhalb die Zuhörer besonders fesselten. Seiner Arbeit aber ward ein unerwartetes Ziel gesetzt. Bei der Besteigung der Pyramiden hatte er sich einen Schaden am Beine zugezogen, der sich bald sehr verschlimmerte. Seit Mitte September 1753 schleppte er sich gewissermaßen nur weiter. Er suchte die Hülse der Aerzte in Cairo, Aleppo, Jerusalem und St. Jean d'Acre, aber vergeblich. Die Reisen wurden für ihn mehr und mehr eine entsetzliche Pein; zuletzt wurde er stets halbtodt vom Pferde oder Kameel nach jeder Tour herabgenvmmen. Mehrfache Operationen brachten wenig Erleichterung; pfundweise wurde ihm der Eiter herausgenommen, aber, wie er überhaupt schon vorher sich anfälliger erwiesen hatte, so wollte alle Sorgfalt und Pflege nicht anschlagen. Schultz harrte treulich mit zärtlicher Sorge bei ihm aus; vier Monate lang besorgte er die schmutzigsten Arbeiten für ihn, welche das Gesinde nicht länger aussühren wollte. Jedoch hatte sich ein vortreffliches Paar in Acre willig gefunden, den beiden Missionaren ihr Leid tragen zu helfen, es war der

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