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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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59 nur immer die Angst, daß die Last desselben zu schwer werden möchte. Eben daher wird das Band zwischen ihnen auch immer inniger, und die Herzen sind innerlichst an einander gekettet. An dem Borbilde von Schultz bildete Woltersdorf sich selbst auf's Praktischste für seinen Missionsberuf aus. Man merkt überall den Einfluß dieses großen Missionars bei dem jüngeren Manne. Die Mission selbst war ihm aber eine Herzenssache. Unermüdlich sucht er Juden ans, und als er später Monate lang aus seinem Schmerzenslager in Acre lag, war es seine höchste Seligkeit, wenn er einmal Gelegenheit fand, vom Krankenbette aus einem Juden den Weg des Lebens zu zeigen. Wohl besaß er nicht jene Originalität wie Schultz im Missionsberufe, aber seine ernste Frömmigkeit machte auf die Juden nun doch einen entschiedenen Eindruck. Als ihm einmal ein Jude einen Vorwurf daraus machte, daß er den Namen Jehovah ausspreche, brachte er denselben einfach dadurch zum Schweigen, daß er ihm vorhielt „wie es ein Segen sei, diesen Namen auszusprechen, und ein Fluch, denselben nicht im Munde führen zu dürfen". Dem bloßen Außenwerk und den unruhigen Fragen wußte er dadurch am besten zu begegnen, daß er die Gewissen schärfte. Ein Jude frug ihn einmal, warum im 22. Psalme zweimal Eli, Eli stünde? Woltersdorf antwortete ihm: 1) den Ernst dessen, der in diesem Psalm betet, anzuzeigen und 2) auch sein herzliches Vertrauen zu Gott. Hierauf aber wandte er sich an den Frager mit einer Gegenfrage: „Wie er als Jude Vergebung der Sünden haben könne? Er wisse, daß Gott ihnen im Alten Bunde Opfer verordnet habe; jetzt aber seien diese Opfer nicht da; was also jetzt für ein Mittel zur Versöhnung übrig sei? Der Angeredete nannte das Fasten, das Gebet und die Almosen. Allein ich sagte, die Dinge haben die Väter auch gehabt und überdem noch ein Sündopfer. Dieses aber fehle ihnen jetzo. Gott hätte freilich zuvorgesagt, daß die Opfer aufhören würden, aber dann, wenn der Messias kommen würde. Nun seien die Opfer 1700 Jahre nicht mehr gebracht worden, und Gottes Wort sage auch, daß sie die Opfer nicht wieder bekommen würden; folglich sei der Messias da, oder Gottes Wort müsse nicht wahr sein." Das war, fügt Woltersdorf hinzu, meine erste Aktion in Asien. Der Herr, welcher die Erstlinge sich geheiligt hat, lasse sich auch die Erstlinge

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