Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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57 Einem Berichte Herrn Daltons über die Kaiserliche Menschenliebende Gesellschaft in Rußland, den die Russische Revue von 1874, Heft 1 bringt, entnehmen wir überdem, daß in Petersburg ein Asyl für Taufkandidaten und getaufte Judenkinder, die in die griechisch-russische Kirche ausgenommen werden, besteht. Die Anstalt steht unter dem Schutze der Großfürstin Maria Alexandrowna, Vormund ist der Oberpriester an der Schloßkapelle Brjanzew. 14 Knaben und 8 Mädchen sind gegenwärtig ausgenommen. Im Laufe des Jahres erhielten außerdem von der Anstalt 79 Juden Unterstützungen, von denen 22 sich taufen ließen. Die Jahresausgabe der Anstalt belief sich auf 6,331 Rubel. Älbrecht Friedrich Woltersdorf. Unter den Missionaren der Hallischen Inden-Mission ragt neben Stephan Schultz als geheiligte Persönlichkeit besonders Älbrecht Friedrich Woltersdorf hervor. Derselbe war ein Sohn des Pastor Woltersdorf an der St. Georgen-Kirche in Berlin, eines frommen und treuen Geistlichen. Als St. Schultz Ende des Jahres 1739 durch Berlin kam, wurde er auch bei Pastor Woltersdvrs eingeführt. Dieser selbst und seine ganze Familie nahmen an dem neuen Juden-Missionswcrke regen Antheil. Seine sechs Söhne drängten sich an den Missionar heran; derselbe wurde aufgefordert, einige dieser Kinder zu examiniren, und so wandte er sich an den etwa neunjährigen Älbrecht Friedrich mit der Frage, ob er auch vielleicht Lust zum Reisen hätte? Der Knabe antwortete: „Warum nicht, wenn es Gottes Wille ist?" — Und die Frage blieb seitdem in seinem Herzen haften, sie entschied über sein ferneres Leben. Im Jahre 1749 brauchte St. Schultz einen neuen Reisebegleiter, da ihn der bisherige verließ. Älbrecht Woltersdorf scheint damals in Halle, dem Aufenthaltsorte von Schultz in den Zeiten, welche den Reisen nicht gewidmet waren, studirt zu haben. Schultz wandte sich an denselben, ob er wohl in das Missionsamt eintreten wolle. Woltersdorf selbst war bald hierzu bereit; er ging deshalb sogleich nach Berlin und bat den Vater um seine Einwilligung. Auf fröhliches Wiedersehn! rief ihm Schultz nach, auf die Anfangsbuchstaben seines Namens A. F. W. auspielend,