Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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- Radom 1× ep/1000823
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56 Von 1821—1852 hat die Londoner Mission in Polen allein 361 Juden taufen dürfen. Und sie hat je und je daselbst ein lebhaftes religiöses Fragen gesunden. Mag der Geist der Neuzeit auch dort bereits mit aller Gewalt eindringen, so sind trotzdem die Gemüther der polnischen und russischen Juden bei Weitem noch nicht in dem gleichen Grade wie in Deutschland von der Kulturseligkeit erfüllt. Und welch eine große Zahl derselben bewohnt doch jenes Kaiserreich; mindestens der dritte Theil aller Juden der Welt! Die letzte Zählung hat 2,647,036 Juden in Rußland ergeben, von denen 783,079 auf das Königreich Polen kommen. Die früheren polnischen Distrikte zeigen überhaupt die größte Zahl von Juden auf, im übrigen Rußland ist ihnen das Ansiedlungsrecht nur unter Beschränkungen gestattet. Um eine Vorstellung von der Dichtigkeit der jüdischen Bevölkerung in manchen polnisch-russischen Distrikten zu geben, sei nur erwähnt, daß in dem einzigen Gouvernement Radom des Königreichs Polen unter einer Gesammtzahl von 540,271 Seelen 75,530 Juden zu finden waren. Uebertritte von Juden zu irgend einer der christlichen Kirchen finden keineswegs selten statt. Selbst die kleine evangelische Kirche Rußlands hat eine verhältnißmäßig nicht geringe Zahl derselben zu verzeichnen. In Rußland außer Polen haben sich nach einer Zusammenstellung des Herrn Pastor Dalton zu Petersburg der evang. Kirche Juden in der Zeit von 1860—1868 angeschlossen: im Petersburger Konsistorialbezirk 86 - Moskauer - - 16 - Livländischen - - . 2 - Esthländischen - - 13 - Kurländischen - - 18 - Rigaischen - - 7 8a. 142. Davon 9 allein in der Gemeinde des Herrn Pastor Dalton. Die Petersburger Protestanten besitzen, so theilt uns Herr Pastor Dalton ferner mit, eine Juden-Missionsschule, in welcher im letzten Jahrzehnt 12 Mädchen getauft wurden, 3 davon sind ausgezeichnete Diakonissen in Petersburg geworden, 2 rüsten sich jetzt, nach Kaiserswerth zu gehen. Dieser Tage taufte der genannte Geistliche den Großsohn des 1874 verstorbenen berühmten Oberrabbiners der Karaiten in der Krim, Abraham Firkowitsch.