Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Küssen von Kirchen, Wallfahrten, wiederholtes Hersagen von Psalmen und Almosen, sagte ich ihm, hätten keinen Werth vor Gott, bis wir nicht neu geboren wären. Früh am 11. verabschiedete ich mich vom Raas und verließ Goodet, nachdem ich die Nacht zuvor in einem Pferdestall geschlafen hatte. Wir kehrten auf derselben Straße zurück, auf welcher wir gekommen waren, und gelangten am Nachmittage des 18. in Jenda an, wo wir alle Brüder wohl fanden. Wir waren um ihretwillen in einiger Sorge gewesen, da uns die Nachricht erreicht hatte, daß die Häuser von Asaasch Gebry vom Feuer zerstört worden wären; und da unsre Häuser dicht neben den seinigen waren, fürchteten wir für unser Eigenthum, besonders für unsere Bücher. Aber, dem Herrn sei Lob! das ist das vierte Mal, daß sie in Feuersgefahr gewesen und so gnädig bewahrt worden sind. Gestern hatten wir eine Unterredung mit unseren Proselyten und den forschenden Seelen in Dagoosa. Alle drückten ihren Schmerz darüber aus, daß ich so bald wieder abzureisen genöthigt wurde, und dies noch dazu, ohne daß ihnen die Hoffnung auf Religionsfreiheit zu Theil geworden wäre. Am 22. hatten wir jeden Tag viele Besuche von Falaschas und Christen, die zum Theil kamen, um Belehrung über schwierige Bibelstellen zu erhalten, theils, um sich Psalter zu kaufen und Bücher und Traktate zu erlangen. Unsere Schulknaben, 36 an Zahl, haben in der Prüfung zu meiner Zufriedenheit bestanden. Die meisten derselben lesen sowohl amharisch als äthiopisch. Sie haben auch viele Sprüche des A. und N. Testaments und eine große Zahl von Psalmen auswendig gelernt. Ein blinder Junge (Falascha), der mit seiner Mutter am nächsten Sonntage getauft werden soll, weiß alle 150 Psalmen auswendig, außer allen prophetischen Stellen, die sich auf den Messias beziehen, und einer hübschen Zahl neutestamentlicher Sprüche. Ich habe das gute Zutrauen, daß die Zahl der Schüler in dieser Schule wachsen und unter der Leitung von Aragawy und Sanbatoo gute Fortschritte machen wird. Die ärmeren Knaben der Schule waren fast in Lumpen; so machte ich sie denn durch die Kleider, die ich ihnen-kaufte und gab, herzlich froh. Ein« Knabe brachte mir die Kleider jedoch