Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554821-2554823--06335-2562318
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

47 sich sehr über den äthiopisch-amharischen Psalter und einige unserer Traktate. Ich führte Debtera Beroo und Aragawy bei ihm ein. Er empfing sie freundlich und versicherte mich, daß er an der Bekehrung der Falaschas und dem Unterrichte der Knaben ein herzliches Interesse nähme, erklärte aber, er würde die Mission nur so lange dulden, als die Bekehrten Mitglieder der einheimischen christlichen Kirche werden würden. Die Aufrichtung einer protestantischen Kirche verbot er auf's Bestimmteste. Aus meine Bitte, daß in Dagvosa und Assasso, wo es schon mehrere Proselyten und auch einige Tanfbewerber gibt, Stationen eingerichtet werden möchtet, ging er freundlich ein. Als ich ihm dankte, daß er Kindy Fanta und Debtera Beroo von der Bezahlung von Abgaben befreit, antwortete er, es würde sehr unrecht sein, von denen Abgaben zu fordern, die ihr Leben dem Dienste Christi weihen, und er versprach, daß unsere 4 Missionare desselben Privilegiums theilhaftig werden sollten. Er frug dann, ob wir nicht ein äthiopisch - amharisches Evangelium drucken könnten, welches nach seiner Aussage den Abyssiniern sehr willkommen und für sie ohne Zweifel ein Segen sein würde. Er sprach auch den Wunsch aus, eine neue Ausgabe der Bibel mit Parallelsprüchen zu besitzen, durch welche die Abyssinier in ein tieferes Studium der Schrift eingesührt werden könnten, und bat mich, seinen Wunsch der Britischen Bibelgesellschaft vorzulegen. Ich fand ihn mit dem gesegneten Werke wohlbekannt, das diese Gesellschaft in allen Theilen der Welt treibt. Ich drang in ihn, ein Seminar für junge abyssinische Leute, welche Priester zu werden beabsichtigten, einzurichten, aber er verwarf diesen Gedanken, weil er die Sache auf eigene Kosten ausführen müßte. An diesem Abend brachte mir Herr Madrakal Sr. Majestät Grüße und sagte mir, daß mich der König am nächsten Morgen zu sehen wünsche. Der Bischof sandte mir auch eine andere Mittheilung in Gestalt einer fetten Kuh. Am 5. April 8 Uhr wurde ich zum Könige gerufen und überreichte ihm nun meine Geschenke: ein Fernrohr, einen seidenen Regenschirm und einen sehr hübsch gebundenen amharisch-äthiopischen Psalter mit vergoldeten Ecken und einigen andern kleineren europäischen Gegenständen. Er sprach seine große Freude über den neuen Psalter aus, der beide Sprachen (Aethiopisch und Amharisch)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.