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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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89 Wir fühlen noch den großen Verlust, den wir durch den Heimgang unseres theuren Bruders Stern erlitten haben, der ein Israelit ohne Falsch war. Sein geheiligtes Leben und seine Treue im Evangelistenberuf konnten die Juden nur bewundern, und seine Liebe und Mitleid mit seinen Brüdern, besonders mit den Armen, erkannten sie an und fühlten sie. Ach daß sein Geist manchen, ja allen unserer Proselyten gegeben werden möchte! Rev. Friedländer und der spanisch sprechende Katechist haben mit Herrn Jliewitz den Juden in Jaffa und Hebron einen Besuch gemacht; sie wurden dort freundlich ausgenommen und haben eine hübsche Zahl von Büchern und Bibeln verkauft. Die trefflichen Dienste des Arztes der Londoner Gesellschaft, Dr. Chaplin und seines Assistenten, des Herrn Jliewitz, werden weiter von den Juden geschätzt und mildern manche Borurtheile gegen das Christenthum; aber, wie oben angedeutet, befinden die Juden sich in solcher Abhängigkeit von den Rabbinen, weil sie von denselben Unterstützungen empfangen, daß sie ihre Gesinnung nicht öffentlich zu äußern wagen. Der Rev. Reichhardt, der mehrere Jahre in Alexandrien gearbeitet hat, ist jüngst nach Damaskus versetzt worden, hat aber noch keine Zeit gehabt, über seine Arbeit zu berichten. Ich habe kürzlich eine Petition der Juden in Antiochia empfangen, von ihrem Rabbi unterzeichnet, die mich bitten, eine Knaben- und Mädchenschule für ihre Kinder zu eröffnen. Da ich aber die Mittel hierzu nicht besitze, so habe ich dieselbe an die Judenmissions-Gesellschast weiter befördert und hoffe, daß dieselbe den Rev. Reichhardt anweisen wird, Antiochien als Filialstation zu Damaskus zu betrachten. Die Kirchliche Missionsgesellschaft hat 2 Hauptstationen in Palästina, nämlich Jerusalem mit 2 kleinen Außenstationen und einigen Schulen, die um der oben erwähnten Schwierigkeiten willen nur geringe Fortschritte machen; Nazareth mit einer Außenstation und mehreren guten Schulen; und Salt jenseits des Jordan in Gilead, welches ich aus Mangel an Mitteln vergangenes Jahr dieser Gesellschaft übertrug. Das Werk der Station Nazareth, die unter Leitung des Rev. Zeller und zweier eingeborener Diakone steht, ist das bei Weitem blühendste in Palästina; die Station zählt etwa 500 eingeborene Protestanten, obwohl die

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