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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 richten. Als sie aber beträchtliche Summen zur Vertheilung unter die Tausende verlassener Juden erhalten hatten, verlieh ihnen dies noch eine größere Macht über dieselben, und sie verfehlten nicht, diese Macht über diejenigen auszuüben, die etwa eine Neigung zum Christenthum fühlten. Eine der ersten sichtbaren Wirkungen dieser rabbinischen Opposition war die Schließung des Arbeitshauses der Inden-Mission, wo zuweilen wohl 50 Jüdinnen zusammenkommen, denen das Wort Gottes aus Altem und Neuem Testamente, unter Gebet vorgelesen wird, und das einige der jüngeren Frauen sehr gern hörten. Vergangenen März wurde ein Bann über alle die Jüdinnen veröffentlicht, welche diesen Arbeitssaal zu besuchen sortfahren würden, was für dieselben ein schwerer Verlust war, da sie für ihre Arbeit in einer Zeit großer Noth bezahlt wurden; aber sie hatten keine Wahl, so daß sie nicht allein selbst genöthigt waren, ihr Kommen einzustellen, sondern auch ihre Töchter der Mädchenschule der Gesellschaft entziehn mußten. Was das Werk der Verbreitung des Christenthums unter den Juden betrifft, so kann ich allein sagen, daß es, ohne daß ich in die Einzelheiten eingehn wollte, in der Weise und durch die Mittel, die ich in früheren Briefen bezeichnet, weiter fortgesetzt wird. Die Gesellschaft hat gegenwärtig 2 ordinirte Missionare; die Zeit des einen, Rev. Bailey, ist fast ganz von der Schule in Anspruch genommen, in welcher mehr als 30 jüdische Knaben Kost, Wohnung und Erziehung erhalten, nicht ohne sichtbaren Erfolg. Der Andere, Rev. Friedländer, der zeitweilig die Fürsorge für die Gottesdienste in der Christuskirche hat, bis eine neue Anstellung eintritt, unterrichtet die Tauskandidaten, besucht die Proselhten und die Juden und die 2 Schulen der Gesellschaft, die zusammen gegen 100 Kinder enthalten. Wir predigen abwechselnd an den Sonntagen, aber ich muß leider sagen, daß die Gottesdienste nicht so regelmäßig besucht werden, wie ich es wünschen müßte, und ebenso auch nicht die wöchentlichen Gebetsversammlungen; und daß die Proselhten im Allgemeinen, obwohl sie sich der Regel nach gut führen, kein Wachsthum im geistlichen Leben zeigen, so daß wir gar sehr der Gebete des Volkes Gottes um eine neue Ausgießung des heiligen Geistes auf uns Alle bedürfen. Das Jndustriehaus hatte nur eine kleine Zahl von Insassen während dieses Jahres, die Folge der gesteigerten Wachsamkeit und Feindseligkeit der Rabbinen.

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