Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Ich schrieb auch an den Bischof und ließ ihm den Brief der Kommittee der Londoner Gesellschaft für Israel zustellen. Wir wurden sehr höflich von Farratsch Effendi, dem Gouverneur von Keren, und von Herrn Hassan empfangen, denen wir Briefe von Herrn Muuzinger überbrachtcn, und wurden bald mit frischen Kameelen und 2 Soldaten als Wache versehen, so daß wir Keren am 28. verlassen konnten. Am 5. Januar 1874 erreichten wir Kassala und am 9. waren wir wieder auf dem Wege nach Mattamma; unsere Karawane bestand aus 23 Kameelen, 10 Schooberg-Arabern, den Eigenthümern der Kameele, und 4 Soldaten, die uns von der egyptischen Regierung beigegeben waren. Am 11. waren wir froh, uns an den Ufern des Atbara zu sehen, und, ach wie dankbar waren wir, unseren Durst wieder einmal mit frischem Wasser stillen zu können. Am 19. kamen wir in Matamma an, müde und, erschöpft, von der Sonne des Tages über gebraten, oft nur mit weniger Nahrung und Wasser versehen, und des Nachts in beständiger Furcht vor wilden Thieren. Ich ging sogleich mit meinem Empfehlungsbriefe von Herrn Mnnzinger zu dem Kaimakam, der uns sehr höflich empfing und uns bat, zeitweilig in dem Waakeel des Scheichs cinzukehren, da er kein Haus habe, das er uns zu geben vermöchte. Wir wurden jedoch von Hawatshy Joseph, einem abysfinischen Kaufmann, eingeladen, seine Gäste zu werden, und richteten uns, so gut cs die Umstände erlaubten, in zwei Strohhütten ein, da wir dieselben für einen besseren Schutz vor der brennenden Sonne hielten, als ihn unsere kleinen Zelte uns gewährt haben würden. Die Tage zogen sich träge hin, da die Antwort des Königs länger als erwartet verzog und wir in diesem ungesunden Orte deshalb vom 19. Januar bis zum 3. März zurückgehalten wurden. Dank sei jedoch unserem himmlischen Vater, der uns bei guter Gesundheit inmitten einer so sumpfigen Atmosphäre erhielt und mehr noch, uns es auch gestattete, einen großen Theil unserer Zeit dafür verwenden zu dürfen, manchen Seelen den Weg der Seligkeit zu erklären. Sobald unsere Ankunft bekannt wurde, strömte zu uns eine Anzahl von Proselyten, die mit den Verwandten unserer vier Brüder vereint zu uns kamen. Auch zwei abyssinische Kauflcute, welche diesen Ort besuchen, und zwei Falascha-Familien