Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 waren unsere täglichen Besucher. Diese zwei Falascha-Familien waren aus Djelza und hatten nie die Botschaft des Evangeliums gehört, noch waren sie mit, den prophetischen Theilen des Alten Testamentes bekannt. Die Brüder gingen in die Stadt, besuchten ihre Landsleute und machten sie mit den unaussprechlichen Reichthümern Christi bekannt. Darüber versöhnten wir uns denn völlig damit, eine so sorgenvolle Zeit in der Erwartung des Briefes des Königes zubringen zu müssen, und wir glauben in Demuth, daß unser himmlischer Vater, der uns ein gutes Theil unserer Zeit in seinem Werke znbringen ließ, die von uns gesprochenen Worte zu einem Segen für unsterbliche Seelen machen wird. Häufig wurde uns von unseren Zuhörern versichert, wie dankbar sie wären, daß Gott sie solche Wahrheiten des Evangeliums hören ließ. Ich darf nicht unerwähnt lassen, daß wir in Gnaden während einiger Brände bewahrt blieben; denn dreimal brach nicht weit von unserer Herberge Feuer aus. Besonders besorgt waren wir um unsere Bücherkisten, welche wir auf einem Haufen von Steinen ausgestellt hatten; aber gerade wenn ihre Sicherheit am Meisten gefährdet war, wandte sich der Wind nach einer anderen Richtung hin, und so wurden sie durch Gottes Walten bewahrt. Ich hatte es so anzustellen gewußt, daß ich eine Verbindung mit Bcroo und den anderen Proselyten unterhielt, von denen ich zufriedenstellende Nachrichten erhielt. Sie drückten allein ihre Befürchtung aus, daß der König nicht günstig gegen mich gestimmt sein könnte. Aehnliche Gerüchte erreichten mich aus anderen Gegenden her, bis zuletzt der lange erwartete königliche Brief ankam, zusammen mit einem anderen vom Bischöfe Athanasius. Es hatte sich glücklich gefügt, daß ich mit einem Briefe der britischen Regierung an den König betraut worden war; anders hätte ich sicher nicht die Erlaubniß, nach Demba zu gehen, erhalten. Am 6. März brachen wir von Mattamma auf, mit 18 Kameclen, ihren Eigenthümern, einigen abhssinischen Kaufleuten und einer Eskorte von Soldaten. Um die Hitze des Tages zu vermeiden, reisten wir bei Mondlicht und kamen in Wokhni in der Morgenfrühe des 8. an und suchten unter dem Schatten eines großen Baumes unsere Zuflucht. Die Luft war stickend heiß, da Berge den Ort rings umgaben und die Hitze viel intensiver als in Matamma machten. Der König hatte Befehl gegeben, daß all'