Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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29 Absicht, 2 oder 3 Jahre bei ihnen zu bleiben. Ich hatte nach Massowäh 63 Kisten mit amharischen und äthiopischen heil. Schriften vorausgeschickt, die 500 amharisch-äthiopische Psalter, 300 Pentateuchs, 100 Exemplare des Propheten Jesaia, 50 des Propheten Jeremia, 500 neue Testamente und IM Theile desselben enthielten — diese alle ein freundliches Geschenk der brittischen Bibel-Gesellschaft — außerdem 12,586 amharische Missionstraktate und Bücher. Herr Vivian, General-Konsul in Alexandria, bat mich, einen Brief der Königl. Großbritannischen Regierung an König Johann von Abyssinien zu überbringen. Da ich sicher war, daß der Brief nichts enthielt, was mich bei dem von mir beabsichtigten Besuche bloßstellen könnte, so nahm ich kein Bedenken, die Bestellung dieses Briefes zu übernehmen, und durch Gottes Fügung wurde gerade dies für mich das Mittel, bei König Johann Einlaß und die Erlaubniß zu erlangen, eine kurze Zeit unter den in diesem Lande wohnenden Bekehrten zuzubringen. Am 2. Dezember verließen wir Cairo und.erreichten am 8. Suakin, von welchem Orte aus ich 8 Kameelladungen heiliger Schriften und 2 Kameelladungen unseres Gepäckes im Voraus nach Kassala schickte. In der Morgenfrühe bes 13. kamen wir in Massowah an, wo die Schwedischen Missionare uns freundlich Obdach vor der brennenden afrikanischen Sonne boten, bis die Kameele fertig waren und wir unsere Anordnungen zum Aufbruch getroffen hatten, der dann spät Abends am 20. geschah. Diese ganze Reise hindurch litt ich an Cholerine und Fieber. Unsere Karawane bestand aus 19 Kameelen, die unser Gepäck trugen, außer denen, auf welchen wir ritten. In den ersten paar Tagen hatten wir viel Regen, und des Nachts mußten wir große Feuer machen, um die brüllenden Löwen von unserem Lager fern zu halten. Am 26. erreichten wir Keren, die Hauptstadt von Bogos, wo wir unsere Kameele wechselten. Aus diesem Orte sandte ich einen Boten mit einem Briese an König Johann ab, um ihm meine Absicht, nach Mattamma zu gehen, mitzutheilen und um seine Erlaubniß zu bitten, in sein Reich eintreten und die Falascha-Mission wieder aufrichten zu dürfen, und indem ich ihm zugleich sagen ließ, daß ich der Ueberbringer eines Briefes der Königl. Regierung wäre,