Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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wohl auch noch ferner ihre Ernten. Die Leute sind friedsamer und gebildeter, aber Sünder nach wie vor. Natürlich, denn ein politischer Messias kann nichts Besseres schassen! Eine eindringlichere Rechtfertigung der prophetischen und der neutestamentlichen Messiaslehre kann es nicht geben, als die Messiaslehre des heutigen Judenthums, die nirgends vor dem moralischen Gewissen bestehen will. Der Messias der heiligen Schrift ist zuletzt allerdings auch ein König, aber vorher der Hohepriester der Welt, ihr Versöhner, ihr Heiland und selbst das Opferlamm für ihre Sünde. Das ist ein Messias, wie ihn die Welt braucht. Der heilt alle ihre Schäden von Innen heraus; der schafft das Grundübel der Welt, die Sünde, aus den Herzen der Menschen hinweg und stellt in ihnen das göttliche Bild wieder her. Dieser Messias treibt keine Außenarbeit, sondern das höchste heilige Werk. Weil er die Wurzel alles Unfriedens für immer zerstört, darum erblüht auch das Leben in seinen Schritten. Er hat dieses Werk begonnen, aber allerdings erst begonnen; die Völker haben nur eine Zeit lang und auch da nicht genugsam auf seine Stimme gehört, Israel ihm ganz den Gehorsam verweigert. Es soll nicht dabei bleiben; die ewige Weisheit hat uns das zuvorverkündigt. Unter den Gerichten, welche die Welt und Israel für ihren Ungehorsam treffen und in steigendem Maße treffen werden, wird Hernachmals Israel zuerst ans die Stimme, welche zur Buße ruft, hören. Jetzt Allen in Sicherheit, in Selbstgerechtigkeit, in Unbußfertigkeit vorangehend wird cs unter den Schlägen Gottes, die auch nach menschlichem Urtheil seiner warten, zuerst an die Brust schlagen lernen. Sein Tisch, so hat Paulus von Israel (Römer 11) gesagt, wird ihm einst zum Strick werden, sein Wohlleben wird ihm einst das Gericht eintragen; und der Haß und der Neid der Welt über die jüdischen Reichthümcr werden ja vor unseren Augen in demselben Maße, als diese stetig wachsen, immer wilder. Da sehen wir, wie Paulus Römer 11 es beschreibt, bereits die Falle, die einst Israel zum Verderben wird. Aber in seiner Noth wird cs alsdann die rechte Hülfe und den rechten Helfer suchen und wird es thun, ehe die Anderen das Gericht an sich selbst vollzogen haben. Ebendaher wird Israel auch vor allen Anderen die Erfüllung der Verheißungen erleben und wird am Ehesten den Frieden Gottes schmecken.