Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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25 Witzig genug malt jener Artikel aus, wie Israel in sein altes Erbe gelangen soll, aber von Herzen schmerzt es den, welcher die gewaltigen Prophetenworte kennt, so profanen Gedanken da zu begegnen, wo es sich um die wunderbarste Machtoffenbarung eines Gottes handelt, der durch die furchtbarsten Gerichte hindurch das Ziel seiner Wege herbeibringt. Gottes Wagen sind ja> freilich andere als die Schiffe und Eisenbahnen der Menschen, cs sind jene himmlischen Wagen und Rosse, auf denen ihn dereinst Israel und alle Welt mit Schrecken zu seinen Entscheidungen herbeikommen sehen wird. Gewiß ist das Letzte ein allgemeiner Weltfriede; aber daß er nicht auf den Wegen erscheint, welche die jetzige Welt einschlägt, sollten die Augen der Juden, wenn sie auch noch so großes Wohlgefallen an dem Umschwünge der Gegenwart finden, doch wohl erkennen. Einen Weltenbrand, wie ihn noch nie die Erde gekannt hat, fürchten jetzt bereits Unzählige, die bisher mit den Juden auf den Fortschritt der Menschheit ihre Hoffnung gesetzt hatten. Politik und Religion, Gesellschaft und Haus zeigen eine Erschütterung der Verhältnisse, wie dieselbe in der That noch nie in gleichem Grade zu Tage getreten ist. Wir wissen nicht, wie man heute noch den Muth haben will, den Propheten Israels, welche so über die Gestaltung der Zukunft geredet haben, zu widersprechen. Israels Propheten wissen nichts von einer Entwickelung, die auf geradem Wege zum allgemeinen Frieden führt, sondern sie sehen zuletzt ein Gericht eintreten, aus dem nur ein Rest Israels und aller Völker gerettet werden wird. Dieser Rest wird sich bekehren und unter diesem Rest wird das Messiasreich des bleibenden Friedens aufgerichtet werden, so sagt das Alte Testament, und das Neue Testament bestätigt es. Beide kennen eben einen anderen Messias, ein anderes Israel und ein anderes allgemeines Gottesreich, als unsere heutigen Juden aller Parteien. Sehn wir die höchsten Hoffnungen unserer neueren jüdischen Orthodoxie an, dann werden die Menschen schließlich „den Besten", d. h. den Juden, welche sich fleißig die talmudischen Satzungen zu üben bemühen, ähnlich; es gibt einen Nationalstaat Israel in Kanaan, nach talmudischen Gesetzen verfaßt, und neben diesem Mustcrstaat andere Staaten, welche ihre Verfassungen möglichst nach dem jüdischen Borbilde einzurichten sich bemühen. Im klebrigen bleiben die Herzen, wie sie sind, und der Tod und die Vergänglichkeit halten