Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 11-12 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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183 vorgeschriebene Liturgie. Daher sind auch drei Kirchen in Amerika: die bischöfliche, die lutherische und die der mährischen Brüder (Herrnhuter) den dortigen Juden am Ehesten verständlich, und es bedürfte nur des Antriebes aus der Heimath dieser Kirchen in Europa, um ihre amerikanischen Schwesterkirchen zu veranlassen, mit ihnen gemeinschaftlich die Hände an das Werk der Inden- Mission zu legen, so würde der Erfolg nicht fehlen. In vielen Beziehungen ist die Inden-Mission in Amerika leichter als anderswo. Mir selbst war es als Privatmann vergönnt, eine Familie von fünf Seelen zur Erkenntniß der Wahrheit in Jesu Christo zu führen und sie in seine Kirche aufnehmen zu sehen. So weit die Mittheilungen Pr. Bernsteins. Sie bringen uns allerdings Lichtblicke ans dem amerikanischen Judenthume. Anderer Art ist, was wir nun über Bestrebungen des amerikanischen Judenthums mittheilen wollen, die eigene Sache missionirend auf andere Gebiete zu übertragen. Am 14.' Juli fand in New-Jork das erste Concil hebräischer Gemeinden Nord-Amerikas statt. 60 Gemeinden hatten Bevollmächtigte geschickt. Es handelte sich um die Gründung einer Rabbinerschule, für welche die Geldmittel bereits zum großen Theile vorhanden sind. Der Präsident der Versammlung, Moritz Loth, verbreitete sich über den näheren Zweck dieser Anstalt. „Sie solle Rabbiner bilden, welche insbesondere auch, um die Mission Israels zur Ausführung zu bringen, aus Wanderpredigten ausgesandt werden müßten. Denn Israel habe die Mission, die Menschen erst denken und dann glauben zu lehren, sie zu lehren, daß ein Gesetz für Alle existirt, für Einheimische und Fremde, Fanatismus und Tyrannei zu verschmähen und in dem Glauben sicher zu sein, daß es keinen König giebt außer Gott. Diese großen Lehren müßten nun die Rabbiner Jedermann einprägen und so die gesegnete israelittsche Religion überall ausbreiten. Der neu zu errichtenden jüdischen Universität werde die Aufgabe zusallen, Rabbiner zu bilden, deren Weisheit und Beredtsamkeit beide Hemisphären erleuchten und alle Menschenkinder dem Elend, der Selbstsucht und dem Mißvergnügen entzieh« werde." Nun, das wäre doch endlich einmal ein Vorschlag, mit dem bloßen Reden über die Mssion Israels aufzuhören und demselben, wenn auch spät, die That und Arbeit folgen zu lassen. Gott gebe.