Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 11-12 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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181 Bekehrungen der Juden im Stillen erklären. Zwei Fälle sind mir persönlich vorgekommen. Ein unbemittelter Jude, der sich als Freiwilliger in der amerikanischen Armee während des Krieges anwerben ließ, wurde in einer Schlacht verwundet und in das Spital gebracht. Da hörte der leichtsinnige Mensch das erste Mal das Evangelium von dem Kaplan seines Regiments und wurde von demselben gewaltig ergriffen. Nach seiner Entlassung kam er zu seiner Familie zurück, verschwieg die ganze Geschichte seiner Frau," vernahm aber zu seinem Erstaunen bald, daß seine Frau schon längst eine Christin sei, die täglich um seine Bekehrung zu Gott flehte. Nun freuten sich Beide in dem Heilande, den sie auf wunderbare Weise, und Beide fern von einander' gefunden hatten. Er wurde getauft und ein Bruder der Frau nachher gleichfalls in die Kirche ausgenommen. Die Frau selbst war, während der Abwesenheit ihres Mannes, oft mit christlichen Damen zusammengekommen, von ihnen zur Gebets- Stunde eingeladen und in ihrer Noch unterstützt worden. Die erfahrene Liebe, die Fürbitten und Ermahnungen aber machten einen Eindruck auf die Frau und wurden die Ursache ihrer Bekehrung, wie der ihrer ganzen Familie. Ich kenne auch eine andere Proselyten-Familie in New-Iork, die auf ähnliche Weise zu Jesu Füßen gebracht worden ist, zuvor aber durch eine große Prüfungsschule gehen mußte. Diese Leute lebten früher im Wohlstände in St. Francisco. Eine christliche Nachbarin pflegte mit der Frau die Bibel fleißig zu lesen und ihr besonders die Erfüllung der messianischen Stellen in Jesu nachzuweisen. Ihr Herz wurde allmählig gewonnen. Der Mann erfuhr von diesem Verkehr und verbot seiner Frau streng, zu den Christen zu gehen; aber dieselbe konnte diesem Verbot nicht mehr Folge leisten, sondern bei jeder günstigen Gelegenheit ging sie zur Gebetsstunde. Ihr Mann erfuhr auch dies bald und griff nun zu Mißhandlungen, aber konnte auch so den Glauben seiner Frau nicht ersticken. Seine Freunde riethen ihm, nach New-Dork, wo die Frau Verwandte hatte, zu gehen, damit sie vielleicht in ihrem dortigen Kreise ihre religiöse Gesinnung änderte. Er that dies, verkaufte seine Möbel und Habe und kam nach New-Aork. Hier blieb seine Frau jedoch bei ihrer alten Gewohnheit trotz der verführerischen Ueberredungen und Drohungen ihrer