Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 11-12 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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177 Ländern die Mutter der Schulen und beginnt an dem neuen Geschlechte hin und her eine neue Erziehung zu üben. Die Mission übt einen Einfluß und thut eine Arbeit, die Niemand vorher geübt. In Abyssinien scheint sie auch berufen, sich ein Lager zu schaffen, von dem aus sie ein weiteres Werk des Evangeliums an Inner- Afrika zu seiner Zeit ernstlich in Angriff nehmen soll. Abhssiniens gedenkt die alttestamentliche Prophetie in so besonderer Weise; wie wunderbar, daß auch unser geschichtliches Urtheil von der Möglichkeit einer Erfüllung der Weissagung schon etwas wahrzunehmen beginnt! Aus Amerika. Prediger Bernstein, früher in Amerika, jetzt in Straßburg i./E. wirkend, theilt uns über die Bemühungen, das Christenthum unter den Juden Amerikas zu verbreiten. Folgendes mit. In den Vereinigten Staaten Amerikas geschehen nur vereinzelte und schwache Bemühungen, den Juden das Evangelium zu bringen. Doch sind dort viele Proselyten, die durch Wort, That und Wandel einen nachhaltigen Eindruck auf ihre ungläubigen Brüder Hervorbringen und missioniren, ohne daß sie Besoldung dafür erhalten. Ich habe in der Stadt New-Iork eine große Zahl von Proselyten kennen gelernt. Es sind ungefähr zwölf Prediger (Proselyten) in der Umgebung New-Iorks, und man findet solche auch in anderen Staaten, zerstreut unter alle Kirchen. Die meisten aber gehören der evangel.-bischöflichen Kirche an, weil sie von englischen Missionaren oder Predigern getauft worden sind und nach der Taufe genöthigt waren, nach Amerika auszuwandern. Besonders zu erwähnen ist der Proselyt Joseph Schereschewsky, weil er der Uebersetzer der Bibel und der Liturgie der englischen Kirche in die Mandarin-Sprache, d. h. in die Sprache der Literaten Chinas, ist. Ueber diesen noch zu wenig gekannten Mann sei das Folgende mitgetheilt. Eines Tages ging Pr. Lederer in der Stadt New-Iork seinem Berufe nach und sah einen jungen Juden in polnischer Tracht, Glasscheiben in seinen Händen tragend und vor jedem Hause in gebrochenem Englisch rufend: „Glass put in!“ (Glas einsetzcn). 12