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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 11-12 (1874) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
11-12 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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176 bis Egypten an, so nehmen wir nicht viel Ermuthigendes wahr. Die alte Erfahrung bestätigt sich gerade in Afrika wieder höchst auffällig, daß der Charakter ihrer Umgebung ganz entscheidend auf die Juden wirkt. Der afrikanische Muhamedanismus aber, ganz sich selbst überlassen, zeigt den Verfall des Islam in besonders' hervortretender Weise: Nirgends Lebenskräfte und innere Bewegungen, wenn er auch unter den Fetischanbetern des Inneren aggressiv auftritt, — sondern überall die dumpfste Trägheit und Stagnation. Die Juden aber in jenen Ländern hat weder ihr Talmud noch sonst irgend etwas zu erheben vermocht; und wir sehn sie ebensowohl unter dem äußeren Drucke der Einen, wie unter den günstigen Bedingungen, welche ihnen Egypten bietet, in einen Zustand gerathen, der ihnen in der That fast die unterste Stelle unter allen ihren Glaubensgenossen anweist. Abyssiniens Juden, obwohl unter einer äußerst verkommenen christlichen Bevölkerung lebend, stehn im Allgemeinen höher als die übrigen Juden Nord-Afrikas. Das Christenthum selbst in einer so entarteten Gestalt wirkt auf die Juden immer noch günstiger ein als der gegenwärtige Muhamedanismus. So traurig die äußere Lage der abyssinischen Juden ist, so sind dieselben in der That nicht in dem Grade wie ihre Glaubensgenossen in rein muhamedanischen Ländern heruntergekommen; es lebt in ihnen jedesfalls viel mehr der Geist des Fragens, des Forschens und des Ringens nach Wahrheit. Von Außen Knechtschaft unter die Muhamedaner, von Innen Knechtschaft unter die Rabbiner, oder, wie in Egypten, eine bloß materielle Befteiung in gewissen Grenzen und alsdann ein völliges Versinken in den Materialismus, das ist das Bild des Judenthums in Nord-Afrika. Abyssinien, das dunkle Land, in dem das alte Licht nach Freiheit ringt, zeigt uns ebenso die Juden wie in einen schweren Schlaf und Traumzustand verfallen; aber das Licht, welches auf die Augen plötzlich eindringt, fängt die Schläfer an zu erregen; es wird auch einmal ein besserer Morgen dort erscheinen. Kaum irgendwo hat übrigens die Jndenschaft der Mission so viel zu danken als in Aftika. Da dort das Christenthum eine weit geringere Macht als in der Türkei ist, so ist auch das geistliche Leben der herrschenden Bevölkerung im Norden jenes Welttheils auf's Tiefste gesunken — und bei den Juden ist dasselbe der Fall. Die Mission erst wird daher in jenen aftikanischen

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