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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 11-12 (1874) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
11-12 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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163 zu sein, fordert alle Furcht, alle Liebe, alles Vertrauen des Herzens für sich; jede Faser unseres leiblichen Lebens und-jede Regung unserer Seele nimmt er für sich in Anspruch. Nicht unsere eigene Lust und Liebe, nicht unsere Abneigung und unsere Wünsche, nicht unser Wissen und Verstehen sollen über uns bestimmen und herrschen; und so oft, während uns der natürliche Trieb, wie hier den Moses, vorwärts gehen heißt, Gott uns Me zu stehen gebietet, sollen wir inmitten unseres Weges anhalten, um zu vernehmen und auszusühren, was Gott von uns heischt. Es giebt nichts auf Erden, dabei wir nach eigenem Entscheiden schalten und walten, oder das wir nach eigenem Belieben thun und lassen dürften. So reich die Schöpfung ist-, so verschieden ihre Güter, so mannigfaltig ihre Genüsse für Leib und Geist, so groß die Fülle ist, welche sie dem Wissen und dem Besitze der Menschen darbietet, so will doch Gott das Alles und ohne jegliche Ausnahme beständig in seiner Hand behalten und nach seinem Ermessen bestimmen, was wir von dem Allen genießen und was wir entbehren, was wir wissen und worin wir uns bescheiden sollen. Er will uns die Grenzen sich selbst gegenüber setzen; er auch die Schranken hin und her aufrichten, die zwischen den Menschen selbst bestehen sollen; er das Maß zumessen, welches einem Jeden in seinen Tagen an geistlichen und leiblichen Gütern zufallen soll. Wir aber sollen alsdann, wenn auch unsere Bitten und Gebete, die uns allerdings als Kindesrecht gestattet sind, keine Erhörung finden, nicht einen Schritt weiter, als Gottes Rath und Wille es für uns ordnet, zu machen begehren, sondern selbst unsere Begierden und Wünsche sollen sich in die Entscheidungen Gottes fügen. Das aber ist unser Unglück, daß wir diese Bedeutung der Heiligkeit Gottes so wenig verstehen; das ist unser Verderben, daß sich unsere Furcht, unsere Liebe, unser Vertrauen von Gottes Willen und von den göttlichen Schranken losreißen, um selbstständig zu werden. So sind Adam und Eva gefallen; denn nur eine armselige Frucht wollten Jene mehr genießen, als Gott es ihnen gestattet hatte, und darin sich nicht in den Gehorsam, nicht in das Versagen fügen. Seitdem aber ist der Eigenwille der Menschen riesengroß gewachsen und wir haben uns auf zahllose Erdenwege hin und her zerstreut, um das zu erhaschen, was der Lust eines Jeden süß, schön oder groß erscheint. Heute insbesondere tritt dieser empörerische Sinn gegen die alleinige Herrschaft Gottes 11*

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