Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 11-12 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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163 welche dem Mose am brennenden Busche und welche uns so ernstlich zürnst: Tritt nicht zu nahe! , . Freilich ist Gott selbst uns nahe gekommen. Er selbst hat sich seit den Tagen des Alten Bundes nnter den sündlichen Menschen immer deutlicher offenbart und zuletzt im Neuen Bunde die Hüllen wunderbar von sich abgcstreift. Gottes Sohn ist Mensch geworden, der Aufgang aus der Höhe hat uns hienieden besucht, und noch heute ist er überall, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, mitten unter ihnen. Am Tage der Taufe hat Gottes Sohn überdem in einem jeden Christenmenschen Wohnung gemacht und ihn danach immer von Neuem mit seinem Geiste, Leibe und Blute zu erfüllen getrachtet, damit er aus seliger Erfahrung sprechen könnte: Wo ist ein so herrliches Volk, zu dem Götter also nahe sich thun, als der Herr unser Gott? Aber indem er uns so nahe gekommen, will er, daß wir wie Mose seine Stimme genau hören, daß, wenn nun sein eigner Mund ganz vernehmliche Worte zu uns redet, wenn die Sendung Jesu Christi, sein Leiden, sein Sterben, sein Aufcrstehn, seine Himmelfahrt ihr Zeugniß unter uns erheben, wir nun auch klar und wahr den göttlichen Willen erkennen und verstehn sollen. Niemand soll sich also enffchuldigeu dürfen, als sei ihm Gott ferne geblieben, und als habe er darum, weil Gott in unerreichbarer Ferne wohne, seinen Willen nicht erfahren können. Aber freilich ist cs nun die Stimme eines Herrn, die wir also vernehmen. Verbietend und gebietend redet er zu Mose, verbietend Md gebietend auch zu uns, und wir sehn alsdann, daß er unbedingten Gehorsam fordert. Sein Wille ist allerdings ein heiliger Wille: Er will, daß allen Menschen geholfen werde, und alle zur Erkenntniß der Wahrheit kommen; er will, daß wir nicht sterben, sondern leben; er will, daß wir durch Christum wieder in das Bild der Kinder Gottes verneuert werden sollen; er will, daß wo Christus nun ist, auch wir hingelangen sollen. Aber eben daher komnlt es daraus an, daß wir es behalten: sein Wille ist unser Leben und ihn zu erfüllen der einige Zweck unsers Daseins. Da ergeht aber zuerst das Verbot des Herrn an uns: Tritt nicht zu nah', denn ich bin heilig. Gott nennt sich heilig, d. h. er will von allem Andern unterschieden werden und wir sollen ihn keinem Andern gleichstellen. Er verlangt, der Erste und der Letzte