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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 11-12 (1874) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
11-12 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dibre Emeth oder Stimmen -er Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begonnen von I. C. Hartmann, fortgesetzt von & -e le Roi. Nr. 11 u. 12. 1874. 30. Jahrgang. 2. Mose 3, 5. Tritt nicht herzu, ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, da du aufstehest, ist ein heiliges Land. 1. Tritt nicht herzu, vr. M. Luther hat einmal gesagt, daß, wenn er an die zehn Gebote gehe, das erste Gebot ihn halte, also daß er nicht weiter komme. Der Eindruck, welchen er von diesem Gebote empfing, war ein so gewaltiger, daß er bezeugte, in demselben seien wahrhaftig alle Gebote beschlossen. Wieviel fehlt uns doch heute daran, daß wir wie Luther empfänden. Wie kalt läßt uns gewöhnlich das erste Gebot! wie wenig Verständniß findet es selbst in religiös angeregten Kreisen! Wenn von dem Gehorsam gegen die Eltern oder wenn davon geredet wird, daß wir nicht tödten, nicht ehebrechen, nicht unkeusch und unzüchtig leben, daß wir nicht stehlen und neiden, daß wir nicht lügen und verleumden sollen, so erwecken diese Gebote und Verbote ziemlich bald einen Wiederhall in unseren Herzen. Aber wie wenig wissen wir im Allgemeinen mit dem ersten Gebote: „Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst nicht andere Götter haben neben mir" anzufangen; wie wenig wird uns, da der grobe Götzendienst doch nur das Geringste ist, der Sinn desselben sogleich klar und gegenwärtig; wie wenig dringt dieses Gebot mit solcher Macht in unsre Herzen ein, daß wir es aus innerer Erfahrung bestätigen könnten, es enthalte in der That die Hauptsache für uns und für unser Leben. Woher kommt dies? Daher, daß uns der Eindruck und die Scheu vor der Heiligkeit Gottes gar zu sehr verloren gegangen ist, und wir eben deßhalb die Stimme zu selten in unserm Leben hören,

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