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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 9-10 (1874) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
9-10 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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gestattet, ist der Jude hier ein Araber in Sprache, Kleidung und selbst in seinem Patriotismus, der sich freilich auf sein eigenes Haus beschränkt, da ihn etwas, was darüber hinäusgeht, gar nicht interessirt. Die Beschäftigungen der Juden sind verschiedener Art: Einige sind Handwerker, Schuhmacher, Schneider, Seidenweber und Zinnschmiede; ein guter Theil Kaufleute; einige wenige Geldwechsler; die Uebrigen Gepäck- oder Lastenträger, indem sie es vorziehen, sich aus diese Weise zu erhalten, statt ein Handwerk zu lernen. In Folge dessen herrscht Niel Armuth und Elend unter der niedrigeren Klasse der Juden, ja so viel, daß es kaum zu beschreiben ist. In Damaskus und Aleppo jedoch sind manche Juden recht wohlhabende und dem entsprechend auch einflußreiche Leute. Unter den der Wahrheit ernstlicher Nachforschenden starben Zwei, der eine unter ihnen ein Deutscher und Arzt in der türkischen Armee. Als der Missionar zuerst mit ihm bekannt wurde, fand er in ihm einen offenen Feind aller Religion, besonders aber des Christenthums. Wie er selbst später sagte, war er in einer Familie erzogen worden, die ganz wörtlich ohne Gott in der Welt lebte und Me Religion verlachte. Der Regel nach vermied ihn nun der Missionar, doch mußte er ihn einige Male zurückweisen, weil er sich in seine Arbeit mischte. Bei gewissen Gelegenheiten rieth er den Rechbinern, ihn von der Ausübung seiner Pflichten abznschreckn, indem sie das Volt erregen möchten, ihn zu beleidigen, wenn er in das jüdische Viertel träte. Doch hatte er darin nie einen Erfolg gehabt, hauptsächlich in Folge der Thatsache, daß die Juden vpn Damaskus eine größere Abneigung gegen einen Ungläubigen als gegen einen Christen hegen. Einmal sagte ein Rabbi zu dem Doktor in des Missionar Rosenthal Gegenwart, daß er lieber alle seine Kinder Christen, als eines derselben einen Atheisten werden sähe. So oft über Offenbarung und eine zukünftige Welt gesprochen wurde, spottete dieser entweder oder schien gleichgültig zu sein; öfters aber ibenahm er sich höchst feindselig; das Ende offenbarte es jedoch, daß in Wirklichkeit ein guter Grund in ihm vorhanden, und der auf denselben gefallene Same nicht verloren war. Bei einer Gelegenheit sMe der Missionar ihm einmal einen Gefallen erweisen. Als dieser seinem Verlangen nachgekommen war, überreichte «r Jenem einen deutschen Traktat, „Kraft des Wortes Gottes" von L. Hvfacker, in Stuttgart von vr. Marriot herausgegeben. Die

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