Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1874-01-01 · 9-10 (1874) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
9-10 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554813-2554819--06251-2562232
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

159 Wirkung der Lektüre dieses Traktates war, daß er nach zwei Tagen kam und bat, ihm eine deutsche Bibel zu leihen. Er sah ganz umgewandelt aus, und der ungewöhnliche Ton, in dem er sprach, verrieth große innere Kämpfe. „Sie kennen mich, Herr Rosenthal, sagte er, daß ich nicht abergläubisch bin; dennoch möchte ich gern, wenn Sie es mir freundlichst leihen wollten, das wohlbekannte Buch lesen, das ich niemals gelesen habe, und von dem Manche glauben, daß es eine Offenbarung Gottes enthalte." Die Kraft des Wortes Gottes trat sichtlich zu Tage. Einen Monat lang studirte er die Bibel selbst allein, nur dann und wann Fragen über einige anscheinende Widersprüche an mich richtend; später begab er sich in meinen Unterricht. Zuletzt wurde er ein Opfer des syrischen Fiebers. Während seiner Krankheit bat er den Missionar um die Taufe. Bei dieser Gelegenheit brauchte er die Worte des äthiopischen Kämmerers an Philippus: „Was hindert es, daß ich getaufet werde? Ich glaube, daß Jesus Christus ist der Sohn Gottes." Ehe er getauft werden konnte und während der Abwesenheit des Missionars auf einer Reise starb er. Seine letzten Tage brachte er anscheinend ganz in Andacht zu, und so oft er lesen konnte, fand man ihn . entweder in der Bibel oder in der Liturgie her englischen Kirche lesen. Er sagte zu zwei Aerzten, die bei seinem Abscheiden an seinem Bette standen: „Sagen Sie Herrn Rosenthal, aber, ich bitte, nicht den Juden, damit sie mir nicht das Begräbniß verweigern, daß ich im Glauben an Jesum sterbe." Seine letzten Worte waren die folgenden:- „In voller Hoffnung . . . er wird mich anuehmen . . . den Schächer am Kreuz." Einer der eben genannten Aerzte, der selbst ein Jude ist, studirt jetzt das Neue Testament." Bilder aus dem Osten waren es, welche wir ohne Verschönerung und nur in ihrer Wahrheit darbieten wollten. Nicht wahr, wir sehen bald ein wildes Treiben von Wolken hin und her, bald einen dunklen Himmel schwül und schwer, aber dazwischen zuckt es wie einzelne Blitze und die bange Nacht soll nicht lange mehr herrschen; langsam, in einzelnen lichten Streifen, fast unmerklich noch und doch dem Auge, das schärfer zusieht, wohl erkenntlich, färbt sich das Firmament im Osten — die Sonne wird siegen. Und wer de» Abend fürchtet, der höre auch, wenn solche Zeichen ihre herzeindringende Sprache reden, die Stimme der Weissagung: „Um den Abend wird es licht sein!" Sociales. Das städtische Einschätzungsbureau von Breslau hat jüngst recht interessante Zahlen über die Vermögensverhältnisfe seiner Bewohner veröffentlicht; unter Anderem das Folgende:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.