Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 9-10 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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155 fluch; Spione fuhren fort, die Umgegend des Missionshauses zu bewachen. An Sonnabenden wollten sie wirklich die Leute von den Thören hinwegziehen, heulten und schrieen, wenn Jemand hineinging, warfen Steine in die Fenster und Thören und trieben in jeder möglichen Weise Unfug. Frauen und Kinder mußten diesen Fanatikern helfen, und es wurde fast unerträglich. Eines Nachts umringten sie, nachdem sich selbst des Rabbiners Frau mit ihrem Manne hierzu verbunden hatte, das Haus, forderten Mina zu sehen (eine weibliche Ketzerin), schlugen, an die Thür, schrieen und henkten, warfen Steine und störten die ganze Nachbarschaft, so daß nichts übrig blieb, als die Polizei um Hülfe zu rufen. Aber unter all diesen ungünstigen Umständen, Aufregungen und Verfolgungen gab es dennoch reiche Gelegenheit zur Arbeit, ein Geist des Fragens und Forschens erwachte, und es bot sich manche Gelegenheit, von dem unermeßlichen Reichthum Christi für die armen Sünder zu reden. Die Erziehung befindet sich unter den Juden Smyrnas auf sehr niedriger Stufe; doch ist, um den Bemühungen der Mission entgegenzuwirkeu, von der Israelitischen Alliance unter großem Pompe eine Schule errichtet worden; ihr Nutzen jedoch ist, selbst vom jüdischen Standpunkte aus beurtheilt, gleich Null. Im Religionsunterricht befanden sich 17 Personen, von denen 8 selbst gegangen sind, einige, weil sie Smyrna verließen, 8 blieben, einer ward getauft, ein Mann, der mehrere wichtige Stellungen in Smyrna eingenommen hatte, als Prediger an einer-der Synagogen, als Vorleser in einer öffentlichen Schule und als Hauslehrer in einer reichen Familie. Die Schwierigkeiten nun, mit denen dieser Proselyt zu kämpfen hatte, sind sehr große gewesen. Kaum verließ er die Juden, so wurde ihm auch jede Einnahmequelle abgeschnitten und er stand auf einmal ohne einen Pfennig da. Bisher ist dieser Proselyt in seinem christlichen Wandel beständig gewesen, so daß selbst seine Feinde an der Lauterkeit seiner Beweggründe und an der Aechtheit seines Glaubens nicht zweifeln. Und der Einfluß seines Lebens auf seine unbekehrten Brüder ist ein solcher, daß sie nicht umhin könnendes anzuerkennen, es sei eine mächtige Veränderung mit ihm vorgegangen und er in Wirklichkeit ein ganz andrer Mann. Seine eigene Schwiegermutter, die für einige Tage zu ihrer Tochter zum Besuch kam, hörte ihn reden und die Schrift auslegen und hernach mit ihnen beten, und sagte darauf: „Die Leute reden gegen