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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 9-10 (1874) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
9-10 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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Warfe» ihn unter der Anklage, er habe auf die Rabbiner gefimht, in'S Gefängniß. Die gewöhnliche Versammlung ließ sich in der That einschüchtern; sie bat Pr. Eppstein, nachdem sie ihn von dem-Fall unterrichtet, alles ihm Mögliche zu thun, um den jungen Mann aus dem Gefängniß zu befreien, was dieser auch sobald als möglich thun zu wollen versprach. Indem er dann den Fall dem britischen Konsul Cnmberbatch vorlegte und ihm zeigte, daß hier eine Verkümmerung der in der Türkei doch garantirten Religionsfreiheit vorläge, trat dieser freundlich in'S Mittel, und der junge Mann wurde in Freiheit gesetzt. Dies erbitterte die Rabbiner um so mehr und am nächsten Sonnabend wurde einer von ihnen abgesandt, Spiondienstk zu thun. Einige Zeit, ehe der Gottesdienst begann, und als Pr. Eppstein dasaß, von einigen jungen Leuten umgeben, denen er die Hauptlehren des Christenthums erklärte, erschien dieser Mann; da sahen sie alle sehr erschrocken aus und keiner von ihnen wollte ein Wort sprechen. So saßen denn Alle eine Weile schweigend da, der Missionar nahm Anfangs keine Notiz von dem Rabbi, dann aber sagte er: „Warum seid ihr alle so schweigsam?" und zu Jenem: „Wenn Sie in mein Haus gekommen wären, dann hätte ich Sie ganz anders begrüßt". Der Rabbi antwortete, daß es doch wunderbar wäre, wenn er plötzlich so freundlich und höflich hätte werden sollen, einen Besuch abzustatten und dazu noch am Sabbath, nachdem eben das Missionshaus in den Bann gethan wäre, oder gar um die Stunde, in der man das Gebet zu thun gewohnt sei. „Nein, nein, mein Freund," antwortete^ Pr. Ephstein, „ich weiß die Sache besser; ich glaube, Sie sind aus keinem anderen Grunde hierhergekommen, als um auszuspähen, wer hierherkäme." Da sich nun aber eine Anzahl Leute versammelt hatte, wurden sie eingeladen, hinaufzukommen, und nachdem einige Gebete sammt einem Kapitel aus dem Hebräerbriefe verlesen waren, predigte Pr. Eppstein über 5. Mose 19 „einen Propheten gleich Most". Er zog den Vergleich zwischen Mosen und Christum und zeigte, wie völlig Vorbild und Gegenbild übereinstimmten. Der Rabbi saß einige Zeit ruhig da, heuchlerisch jeden neuen Ankömmling steundlich begrüßend; plötzlich ging er davon und seine erste Bemerkung war: „Wie schrecklich! die Missionare vergleichen wirklich Jesum mit unserem großen Lehrer Moses und behaupten selbst, daß Jesus größer wäre!" Nach diesem Besuche folgte ein neuer Bann-

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