Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 9-10 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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153 Missionar veröffentlichte alsdann 2 Blätter: „Blinde Blindenführer" und „Das auf Sand gebaute Haus", die beide die Nichtigkeit deS MabbinismuS darthaten. Der folgende Sonntag war ein anfrcgungsvoller Tag. Eine große Zahl jener Blätter wurde unter die Anwesenden vertheilt, welche sie gern annahmen. Einige baten sogar um Exemplare für ihre Freunde und die Rabbiner. Am nächsten Sonnabend war die Missionsherberge vom frühen Morgen bis in die späte Nacht von Juden angefüllt, eine beträchtliche Anzahl wohnte dem Gebet und der Bibelstunde bei, mehr Menschen, als der Raum, selbst wenn man stand, fassen konnte. Sie hoben Thüren und Fenster aus, um Raum zu gewinnen, und waren höchst aufmerksame Zuhörer; die Parteigänger der Rabbis suchten jedoch Verwirrung anzurichtcn und wären sehr froh gewesen, wenn es zu Schlägen gekommen wäre; sie schickten fortwährend Leute, um Lärm zu machen und so den Missionar zu ärgern, während sie die Andern in ihrer * Andacht störten. Doch das gelang ihnen nicht, da andere Juden dazwischen traten und ihnen ihr unziemliches Benehmen verwiesen. Nnterdeß ging der Rabbi vor dem Hause auf und nieder und erlaubte nicht, daß Jemand außer seinen Kreaturen hineinging —Leute der schlimmsten Sorte, denen er die Anweisung gab, Bücher und Plakate zu entwenden, um sie zu verbrennen. Als ihm daun einige gebracht wurden, zerriß er sie am Sabbath (was doch bei den Juden eine Todsünde ist) vor großem Eifer und Sorge, sie nur ja zu zerstören. Derselbe Mann ging zu andern Rabbincn und mit Thränen in den Augen bat er sie, ihm doch in seinem Kampfe gegen die Ketzerei beizustehn, und daß man dein Werke des Missionars einen besonderen Widerstand entgegensetzen möchte. Sie versprachen ihm. Alles zu thun, was in ihren Kräften stünde. Am Montage kamen sie zusammen und es ward beschlossen, die Missionsherberge und das Missionswerk mit dem Bann zu belegen und mit demselben Alle zu bedrohen, welche dasselbe noch weiter besuchen würden. Am folgenden Sonnabende wurde also jene Herberge sorgfältig bewacht, selbst Frauen und Kinder angestellt, die verschiedenen Straßenecken wohl zu beobachten und Alle wegzutreiben oder fortzuschrecken, die den Gottesdienst würden besuchen wollen. Nichtsdestoweniger fand sich eine hübsche Versammlung ein. Um jedoch ein für alle Mal den Herzen der Furchtsamen einen Schrecken einzujagen, wählten die Rabbinen einen armen unbefchütztcn jungen Menschen aus und