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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 9-10 (1874) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
9-10 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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lesen. Wie verstehen Sie den Text: „Ich führte euch aus aus Adlers Flügeln?" Gewiß ist er für Sie unlösbar, wie er es für mich so manche Jahre war, und erst, als ich jüngst ein bedeutendes Buch eines unserer erleuchtetesten Männer lesen durfte, fand ich vollkommenes Licht über den Gegenstand; denn er sagt, daß in der Nacht, als Israel das Passa feierte und aß, der Herr das ganze Volk nach Palästina hinübertrug" Diese Rede und Auslegung rief den höchsten Beifall der Umstehenden hervor, sie waren über die Erklärung des Textes entzückt und schienen dies für eine genügende Antwort auf die in ihre Herzen eindringende Frage nach ihrer Seelen Seligkeit zu halten. Der Missionar bemühte sich, ihnen ihre Thvrheit darzuthun, indem er ihnen zeigte, daß die Redensart: „Ich trug euch auf Adlers Flügeln" ein bildlicher Ausdruck sei, wie es deren gar viele in der Bibel gäbe, z. B.: „Ich speiste euch mit Engelspeise", „ein Land, da Milch und Honig fließt" und „er fuhr auf dem Cherub". Soll das in Wirklichkeit heißen, daß Engel Speise haben und Gott die Inden mit eben dieser gespeist habe? Flossen denn wirklich Flüsse von Milch und Honig in Palästina und fuhr Gott auf einem Cherub? Gewiß nicht, das waren bildliche Ausdrücke, und so verhält es sich auch mit jenem. Die Geschichte im 2. Buch Moses sagt nichts von der wunderbaren Flucht; im Gegentheil, daß Pharao den Moses und Aaron, bevor sie Aegypten verließen, zur Mitternachtszeit vor sich rief, was nicht hätte geschehen können, wenn sie in Kanaan waren. Und wäre eö überdem nicht seltsam, wenn, nachdem Gott das ganze Volk nach Kanaan getragen, er es wieder nach Aegypten zurückgebracht und all' den Mühsalen und Aengsten ausgesetzt hätte, die Hernachmals über dasselbe kamen? . Pr. Eppstein bat sie dann, ernstlich zu bedenken, wie weit sie von der Wahrheit entfernt wären, daß sie solche Fabeln und Thorheiten glaubten, für die sie nicht den mindesten Beweis hätten, und daß sie die Wahrheit des Christenthums verwürfen, das auf dem Grunde Mosis und der Propheten erbaut sei. Betrübt verließ sie Pr. Eppstein eine Weile und wollte den amerikanischen Missionar besuchen. Jedoch einige junge Leute folgten ihm, und als er auf einer Nebenstraße zurückkehrte, kamen sie heran und baten um Traktate; Einige versicherten ihm, daß nicht Alle desselben Sinnes wären, wie jener Mann, der sich selbst zum

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