Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 9-10 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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118 die fernere Entwickelung, die nun einmal auf den Sturz der politischen Herrschaft des Muhamedanismus abzielt, wird auf diesem Gebiete die Gesammtverhältnisse wesentlich verändern. Der Mission jedoch bleibt das Lob, daß sie aus eigenem Antriebe der Pionier eines Besseren in diesen ungünstige» Zeiten und Verhältnissen unter den türkischen Juden geworden ist. Wer nach ihr kommt, arbeitet auf einem Felde, in dem sie zuerst das Umpflügen versucht Hai. Ganz Aehnliches gilt von dem Judenthume in der asiatischen Türkei. Wir lassen zu diesem Zwecke Mittheilungen über ' 5. Smyrna in Klein-Asien folgen. Unter den dortigen Juden arbeitet als Missionar der Londoner Gesellschaft für Israel Prediger Eppstein. Derselbe erzählt von einer Missionsreise nach Magnesia, die sowohl durch den Geist des Fragens, als durch die stürmische Opposition, welche hernach erwachte, interessant ist. Unmittelbar nach seiner Ankunft ging Eppstein mit einem ihn begleitenden Proselyten nach dem Bazar, wo er bald Freunde und alte Bekannte traf. Als er sich in dem Laden eines Mannes, den er als weniger bigott als die Uebrigen kannte und mit dem er manche interessante Gespräche bei früheren Gelegenheiten gehabt hatte, niederließ, fand er ihn zu seineck großen Erstaunen kühl und zurückhaltend: Als er ihn aber nach dem Grunde dieses seines veränderten Benehmens frug, antwortete ihm derselbe: „Ich habe eine große Achtung vor Ihnen und ^ie immer gern gehört; es ist aber seit Ihrem letzten Besuch eine so lange Zeit verflossen, daß ich die Meisten Ihrer Beweise und Gründe vergessen habe; die Traktate, welche Sie mir gäben, war ich genöthigt, unserem neuen Rabbi auszuliefern, und habe ihm versprechen müssen, mit Ihnen nichts mehr zu thun zu haben, wenigstens mit Ihnen nichts über Religion zu sprechen." Prediger Eppstein drückte sein Bedauern aus, daß er nicht ick Stande gewesen sei, Magnesia öfter zu besuchen, und daß-die Umstände so ungünstig gewesen seien, zugleich aber, daß es ihm säst unerklärlich sei, wie dies die Ursache einer solchen Veränderung in ihm sein könnte. „Sagen Sie mir", fuhr ex fort, „die ganze Wahrheit, was veranlaßte Sie, das N. Testament und die Traktate äuszuliefern, und was war der Grund eines so vorschnellen Versprechens? Denken Sie daran, daß dies Ihre Seele angeht, und „was Hülse