Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 9-10 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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146 nähme mußten abgeschlagen werden, aus Mangel an Raum und genügendem Einkommen. Dieses Institut kommt einem lange gefühlten Bedürfniß i« der Hauptstadt der großen türkischen-Reiches entgegen; von Segen ist es besonders für-den vernachlässigtsten Theil der Bevölkerung, für die orientalischen Frauen. Am Sonnabend-Morgen und Nachmittag werden Bibelstunden gehalten. Es wurden in denselben die Briefe des Paulus von den Corintherbriefen bis zum Colosserbriefe und Theile des Evangelium Matthäi neben verschiedenen Kapiteln des A. Testamentes gelesen. Diese Stunden konnte man nicht ohne Gefahr besuchen. So mußte ein Mann vor den Richtern erscheinen, weil ihn drei Juden in das Bibelstundenlokal hatten eintreten sehen. Der arme Mann ließ sich so einschüchteru, daß er die Sache leugnete. „Wir wissen," sagten zu ihm die Richter, „du bist dort gewesen und Gott zu verleugnen Und den Sabbath zu brechen gelehrt worden; wir vergeben dir für diesmal, es wird dir aber schlecht gehen, wenn du wieder sündigen solltest." Zwei jüdische Freunde trafen einander am Sabbath auf der Straße und versuchten der Frage auszuwrichen, wohin ein Jeder von ihnen ginge; Jeder ging darauf einen anderen Weg, Beide aber trafen an dem verbotenen Orte wieder zusammen: dem Stunden? lokal. Ein Jude war ein häufiger Zuhörer in diesen Versammlungen gewesen und sagte darauf eines Tages zu einem Bekannten, daß mit ungewaschenen Händen zu essen keine Sünde wäre, denn obwohl er nicht lesen könne, so habe er doch aus einem guten Buche gehört,^ daß „was in den Mund eingeht, den Menschen nicht gemein macht". Sehr nützlich erwiesen sich die Dienste des ColporteurS. Bei der Ausübung seiner keineswegs leichten Pflichten war er oft der Rohheit und der übelsten Behandlung fanatischer Leute ausgesetzt. Solche Sprache, wie die folgende, hat man oft gegen ihn geführt: „Du verdienst wie dein Christus gekreuzigt zu werden" oder: „Wenn wir die Macht dazu hätten, so würden wir dich tödten". Eines Tages wollte ein Jude eine Bibel kaufen, sagte aber, er wölke zuerst einen Chacham befragen, ob das Buch ächt sei; deshalb ging er mit dem Colporteur zum Chacham. Dieser Würdenträger aber drückte sich dann den Beiden gegenüber so aus: „Von solchen Leuten Bücher zu kaufen ist eine Sünde, denn ihr Lehrer sagte, er wolle seine Jünger zu Menschenfischern machen, und eben indem sie Bücher