Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 9-10 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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145 ist, so ist es doch das Beste, nicht über Dinge nachzugrübeln, die kein Mensch mit Sicherheit wissen kann." Ein Anderer las seinen Traktat bei der Nacht, um von seiner Frau nicht beobachtet zu werden, wurde aber bei dieser Beschäftigung von seinem Gastwirthe überrascht. Da er die Sache nun nicht weiter verheimlichen konnte, so legte er dem Letzteren die Fragen, auf welche sich Jesaias 53 bezieht, vor. Dieser wurde sehr verwirrt; als aber ein auswärtiger Chacham ein paar Tage danach in seinem Hause einkehrte, legte er seinem Gaste die Sache vor. Da schrie der Chacham: „Dieses Kapitel wird immer von den Protestanten zur Stützung ihrer Jrrthümer angeführt. Hast du mit diesen Leuten etwas zu thun?" Der wüthend gewordene Gastwirth eilte in das Zimmer seines Gastes und erklärte ihm: „Sie müssen sogleich dieses Haus verlassen, denn ich will hier keine Protestanten haben". Doch darf auch ein hübscher Vorfall nicht übergangen werden. Zwei alte Männer, der eine 90, der andere 70 Jahre alt, kamen zu Prediger Newmann zum Besuch; es waren armenische Protestanten. Sie wollten um einige spanische Bücher und Traktate für die Juden ihrer Stadt bitten, von denen drei unter einer Zahl von 40, wie sie sagten, dem Himmelreich nicht ferne wären, einer der Drei sei ein wohlhabender Mann. Es war ein wahres Vergnügen, diese alten, unbezahlten Apostel erzählen zu hören, wie sie mit ihren jüdischen Mitbürgern sprächen und ihnen die Nothwendigkeit so ernstlich darthäten, zu dem Hirten und Bischöfe ihrer Seelen, den ihre Nation so lange verwürfe, zurückzukehren. Die Missionsschulen haben wieder im vergangenen Jahre einen glücklichen Kampf gekämpft. Denn obwohl über sie ein schweres Anathema ausgesprochen war, obwohl Männer und Frauen vor die geistlichen Gerichtshöfe gefordert und Drohungen für den Fall, daß sie dabei verharren würden, ihre Kinder in die Missionsschulen zu schicken, gegen sie ausgesprochen wurden, so sind doch 76 Kinder mehr als im Vorjahre durch sie gegangen; zusammen haben sie 194 Schüler besucht, darunter 130 neue. Die größte wöchentliche Zahl betrug 172 Mädchen, 132 Knaben. Während der 11 Jahre ihres Bestehens sind 1577 Kinder durch sie gegangen. Das Haus für-Waisen und verlassene Mädchen hat sich ansehnlich vergrößert. Am Schluffe 1872 befanden sich darin 3, am Schluffe 1873 dagegen 9 Zöglinge. Viele Bitten um Aüf- 10