Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 9-10 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 tritt denn auch eine ausgebreitetere Empfänglichkeit für die Macht des Schriftbeweises zu Tage. So erklärte jüngst ein Jude in Gegenwart Anderer : „Wenn das Alte Testament wahr ist, dann ist auch Jesus der Messias." Diese Aeußerung aber vertritt die Ueberzeugung Vieler, wie man dies aus den Bekenntnissen und dem Auftreten einzelner Juden in den einander entgegengesetzten Theilcn des Landes und zu den verschiedensten Zeiten erhärten kann." Im Laufe des letzten Sommers erhielt Pred. Kleinhenn eine Reihe von Briefen von einem kleinen Kreise angeregter Juden aus einem fernen Distrikte des Landes, die alle durch das Lesen des Neuen Testamentes, das einer von ihnen vor etlichen Jahren erlangt hatte, und durch die Lektüre „des wahren Israeliten von M' Caul", den ein Anderer unter einer alten Strohmatte versteckt hielt, in gleich lebhafter Weise erregt worden waren. In dem Maße, als das Licht in ihre Herzen drang, entfremdeten sie sich allmählig der Synagoge und schlossen sich enger an einander an. Sie baten zuerst um Leitung und Anweisungen, dann, daß sie ein Missionar belehren möchte, und zuletzt entschlossen sie sich. Alle auf einmal nach Bukarest zu kommen, um die Wahrheit zu ergründen; es waren ihrer sechs; die Sache ist noch nicht zu ihrem Schluß gekommen. — Mindestens ein volles Drittel von den Verkäufen der Mbel-Gesellschaft in Rumänien fällt auf die jüdische Bevölkerung. 53 ganze Bibeln, 97 Alte Testamente, 523 Neue Testamente, 502 Theile vom N. Testament und neun Theile desselben mit Commentaren versehen wurden allein an Juden verkauft. Auch mußte eine Herberge für nach Wahrheit forschende Juden eingerichtet werden. Dieselbe wurde nicht eröffnet, um unsere Institute zu vermehren oder um eine künstliche Arbeit hervorzurufen, sondern war eine Nothwendigkeit in Folge der Bitten, die an den Missionar gerichtet wurden, doch einige Hülfe und Unterstützung denen für ihren Zweck zu leisten, welche den Weg nach dem Zion Gottes, kennen lernen wollten — Bitten, die ans ganz verschiedenen und selbst recht entfernten Gegenden des Landes kamen und auch von dem Gesuche, dem christlichen Gottesdienste beiwohnen zu dürfen, begleitet waren. So verlangte jene kleine Schaar der Sechs, welche noch mit dem rabbinischen Aberglauben kämpften, nach einer klareren und bestimmteren Anweisung für den Weg der Wahrheit, als sie dieselbe an dem Orte ihres Aufenthaltes zu erlangen vermochten.