Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 9-10 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Der Ruf, hier eine neue Anstrengung zu machen, war nicht mißzuverstehen. .Vier einzelne Männer uub zwei Familien, im Ganzen zehn Seelen, haben die Bortheile dieser Herberge längere oder kürzere Zeit genossen; außerdem fanden zwei Proselyten in ihr Wohnung. Von den Erstgenannten wurden drei weggeschickt, weil sie unsere Zufriedenheit nicht fanden; doch hatten sie vorher viel von der Wahrheit gehört, und wir dürfen hoffen, daß sie nicht in der Synagoge bleiben werden; fünf wurden getauft und zwei verblieben noch am Ende des Jahres. Abend um Abend brachte der ganze Kreis zwei oder drei Stunden im gemeinschaftlichen Erforschen der Wahrheit zu; sie verglichen Schrift mit Schrift und oft hörten ihnen andere forschende oder neugierige Juden zu. Diese Stunden sind ihnen oft „wie ein Himmel auf Erden" gewesen und den Anwesenden eine Freude, wie cs sich an den aufleuchtcuden Gesichtern und den Ausbrüchen der Verwunderung zeigte. Ost sprachen sie Alle zumal das Bedauern aus, daß die Zeit so schnelle Flügel habe. Da sie zumeist intelligente Leute sind, so waren ihre Privatunterhaltungen auch sehr erquicklich, sie waren wie Eisen, das man am Eisen schärft; und manch' jüdischer Besucher hat die Erkenntniß mitgenommen, daß unser Christenthum genug Beweise für sich habe, auf die es sich stützen könne, und eine Macht, Ueberzeugung zu wirken. Zehn Kinder aus dem Samen Abrahams wurden 1873 von Pr. Kleinhenn durch die Taufe in die Kirche Christi ausgenommen, darunter sechs Erwachsene. Zwei unter ihnen waren Lehrer, der Eine der Sohn achtbarer Eltern und so recht im Schooße des Wohlseins auferzogen; ein Anderer, obgleich ein Handwerker, doch ein wahrer Bücherverschlinger und im Besitze einer guten Summe talmudischer und rabbinischer Kenntnisse; der Fünfte ist früh eine Waise geworden, war auf die Gnade einer grausamen Welt angewiesen und hat so manches Gute und Böse erfahren. Sein Ohr hörte zufällig durch einen Colporteur die Einladung zu Christo an einen Andern ergehen und sein Herz antwortete sogleich. Er kam und frug: „Wer ist das?" und ließ nicht ab, bis er bezeugen konnte: „Er ist mein Heiland". Die weibliche Person ist eine intelligente Jüdin und nun in unserem Dienste. Es ist eine eng verbundene Familie von Gläubigen und wohl im Stande, Rechenschaft von der Hoffnung, die in ihnen lebt, zu geben, was sie denn auch oft thuy müssen und es schon mit einem gewissen Erfolge