Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 9-10 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Allen das Wort unsers gesalbten Hohenpriesters zu Gute kommen: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun! Wir können jetzt, nachdem wir von den 5 hiesigen Rabbinern einstimmig in den Bann gethan worden, nicht mehr in die Synagoge kommen, aber arbeiten wollen wir dennoch und wirken, so lange es Tag ist. Diese stille Arbeit würde uns aber dann am besten gelingen, wenn wir gute Missionsschriften, vor Allem einige 1000 Neue Testamente hier in dieser Metropole des Judenthums zu vertheilen hätten. Das nun vollendete Werk des Rabbi E. M. in W. ist leider noch nicht gedruckt, weil die Drnckkosten fehlen. Wir sind fast alle arme hebräische Lehrer, die jetzt auch keine Schüler mehr bekommen, und die einzelnen Wohlhabenden, die sich Anfangs zu uns hielten, scheinen sich jetzt auch von uns zurückziehen zu wollen. So wenden wir uns vertrauensvoll an Sie, lieber Herr Pastor, und an die lieben Jsraelsfreunde, mit der dringendsten und herzlichsten Bitte, uns nach Möglichkeit helfen zu wollen, sei es mit guten Schriften oder mit einer Unterstützung zum Drucke des obgenannten Werkes. Das Allerbeste wäre aber, wenn Sie, lieber Herr Pastor, selbst Herkommen könnten und uns hier mit Rath und That helfen wollten, wie Sic es in W. schon öfter gethan haben. Wir bitten Sie schließlich, im Namen des HErrn, nicht im Traum, wie beim Apostel Paulus, sondern mit wachendem Herzen: Komm herüber und hilf uns! Wir hoffen, daß Sie unsere Bitte nicht zurückweisen und gewiß Ihr Mögliches für uns thun werden. Wir grüßen Sie und alle Geliebten in Christo und alle Freunde Israels auf's Herzlichste und segnen Sie mit dem Segen Aarons: Der HErr segne und behüte Sie. Unterschrieben: E. Kohen und D. Halevy." Außer Rußland hat besonders die Judenschaft Rumäniens in letzter Zeit die Augen Vieler auf sich gezogen, Berichte aus jenem Gebiete haben daher auch ein allgemeineres Interesse. Von dorther, und zwar aus 3. Bukarest, schreibt Prediger Kleinhenn: „Das jüdische Gemüth wird, so weit man urthcilen kann, in zunehmendem Maße frei von den früheren Vorurtheilcn gegen den Namen, die Person und die Geschichte Jesu, und in Folge dessen