Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 9-10 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554813-2554819--06229-2562210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
187 B., den 28. Januar 1873. „Als unbekannte und doch bekannte Glaubensgenossen kommen wir zu Ihnen vertrauensvoll und legen Ihnen folgende Bitte an's Herz. Zuerst müssen Sic aber wissen, wer an Sie schreibt. Es sind.Söhne Abrahams, Isaaks und Jakobs, Knechte des Bundcsgottes Israels, die gerne möchten, daß das himmlische Zion in uns und durch uns gebaut und die Hütte Davids wieder aufgerichtet werde. Als Sic, theurcr Herr Pastor, letztes Mal in W. waren, sind wir leider nicht dagewescn; aber durch die von Ihnen zurückgelassenen Schriften und die Worte des Rabbi E. M. sind uns die Augen aufgethan worden; wir sahen, daß wir innerlich nackt und bloß sind, und unsere Seele schämte sich vor dem Angesichte des Heiligen in Israel. Die Feigenblätter unserer alten talmudischen Gerechtigkeit that der heilige Geist weg, legte uns aber den Rock der Gerechtigkeit an, die wunderbare Gerechtigkeit, welche Christus, der Sohu Davids, am Kreuzesstamme blutend, für alle Menschenseelen erworben hat. Schreiber dieses ist einer der 12 Jünglinge, die sich zu der Lehre des Buches Sehem-hamforasch von Rabbi E. M. bekennen und an Jesus, den Sohn Gottes, den Weltheiland aufrichtig glauben. So wollen wir nun unser Leben seinem Dienste opfern und zur Bekehrung unsrer Brüder mit Hand und Herz beitragen. Schreiber dieses und noch ein gläubiger Jünger, mein Neffe, sind vor einigen Wochen hierher gekommen und haben hier ein großes, reiches Arbeitsfeld gefunden. Es sind hier viele Seelen, die da hungern nach dem Brot des Lebens, und doch verschmachten flk in der großen, öden Wüste des gegenwärtigen Judenthums. Das Ganze macht den Eindruck des großen Ackers voll Todtengebeine, den Jccheskel K. 37 im Geiste sah. Gott wolle sich erbarmen! — Die Ernte ist groß, aber nur wenige sind der Arbeiter. Dazu ist auch die Arbeit im Weinberge recht schwer und der Hindernisse gar zu viel. Es fehlt auch hier nicht an Samaritern, die den geistlichen Tempelbau Israels verhindern und zerstören wollen. Seitdem wir in einer der hiesigen Synagogen einmal unfern Glauben offen bekannt haben, werden wir nun geschmäht und verfolgt von der großen blinden Masse und sind uns hier auf den Straßen Steine und Flüche zugeworfen worden. Diese unsere armen blinden Brüder glauben Gott einen Dienst zu thun. Möge ihnen