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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 7-8 (1874) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
7-8 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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127 Hat nun aber die Gesellschaft den richtigen Weg in ihrem Werke eingeschlagen? Ich muß annehmen, daß sie so recht eigentlich und entschieden den rechten Weg gegangen ist, da sie ihren Arbeitsplan nach zwei Sprüchen aus dem Worte Gottes entworfen hat. Die eine Stelle ist: „Mein Wort soll nicht leer zurückkehren, sondern es soll ausführen, wozu ich es sende". Diese Gesellschaft hat die heilige Schrift veröffentlicht und sie in die Hände der Juden gelegt, und wer einen Blick in unsere Berichte aus den früheren Jahren thut, wird die Ehre erkennen, die Gott aus sein Wort gelegt hat. Alsdann hat die Gesellschaft ihre Arbeiten auf eine andere Stelle gegründet: „Wie sollen sie hören ohne Prediger, und wie sollen sie predigen, wenn sie nicht gesandt werden?" Man hat ernste und treue Männer ausgesandt, glaubend, wie es Paulus glaubte, daß es Gott gefiele: „durch die thörichte Predigt diejenigen zu erretten, welche daran glauben". Und noch auf einen anderen Punkt muß ich Bezug nehmen, nämlich darauf, daß sich diese Gesellschaft in großem Umfange ihr eigenes Arbeitszeug geschaffen hat; daß Solche, welche durch sie aus der jüdischen Gemeinschaft zum Christenthum gebracht worden sind, alsdann hervorgetreten sind, um von dem Heilande, den sie lieben, Zeugniß abzulegen, und ich meine, das ist ein Ehrenkranz für die Gesellschaft. Ich bin aber dessen gewiß, daß man nicht einen Augenblick vermuthen werde, daß ich das besondere jüdische Element in unserem Missionswerke herabsetzte — denn es giebt zu Viele, die ich kennen gelernt und lieb gewonnen habe — Etliche unter ihnen sind durch den Tod oder durch Invalidität aus unserer Mitte geschieden. Andere stehn noch in der Hitze des Kampfes — und sie haben ein gesegnetes Werk im Dienste dieser Gesellschaft gethan — auch werden wir ihre Namen mit viel zu großer Ehrfurcht hören, als daß ein solcher Gedanke nur einen Augenblick aufkommen könnte; man wird es mir also nicht übel deuten, wenn ich nun sage: Ich muß dennoch bekennen, daß ich mich danach sehne, mehr von dem eigentlich christlichen Element in dieses Werk eingeführt zu sehn. Ich sehne mich, daß junge Leute von den Universitäten hervortreten und den Juden das ewige Evangelium predigen. Denn ich fürchte, daß Viele das Judenmissionswerk als eine Spezialität betrachten, das eine technische Bildung, welche die meisten Leute nicht erreichen könnten, erfordere; aber ist es denn so in der That? Nicht Disputation und Disputationsgaüeu bedürfen wir am meisten, um Seelen für Christum zu gewinnen; Disputation ist nie die stärkste Waffe gewesen, um auf die Seelen der Juden einen Eindruck zu machen. Disputation ist viel mehr das Schild als das Schwert, und gar manchmal habe ich Judenmissionare sagen, hören, daß es die einfache Erzählung der Liebe Christi, daß

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