Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 7-8 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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ISS sagte: „Komm herüber und hilf uns!" Vor 50 Jahren fand ein großes Ereigniß in der natürlichen Welt statt. Männer der Wissenschaft sagten uns, daß der Golf-Strom seinen Lauf verändert hätte und daß er nun die Eisregivnen der Erde besuchte, die Eisfelder des Nordens zerbrechend. Was so in der natürlichen Welt geschah, hat viele Aehnlichkeit mit dem, was sich in der moralischen Welt ereignete. War damals, als Christus und seine Jünger ausgingen, das Heil zu predigen, die Welt für das nicht vorbereitet, was folgen sollte? Oder man sehe auf Luther, als er die verborgene Wahrheit des Evangeliums, welches den Augen lange verloren gegangen war, hervorbrachte, um es wieder vor Jedermann hinzustellen — war auch da die Welt nicht wieder vorbereitet? Ebenso ist es mit dieser Missionsgesellschast der Fall gewesen; denn wie wunderbar war doch das Volk Israel vorbereitet! Die alten gesellschaftlichen Schranken waren zerbrochen, das alte moralische Ghetto, welches die Juden von Jedermann ferngehalten hatte, wurde bis auf den Grund niedergerissen und die Juden selbst fingen an, sich mit der sie umgebenden Welt zu vermischen. Die Fesseüi des Aberglaubens, welche Jahrhunderte lang die jüdischen Gemüther gebunden gehalten und jeder Anstrengung, sie zu zerbrechen oder auch nur leichter zu machen, gespottet hatten, begannen unter den Lehren ihrer eigenen Lehrer zu fallen. Da war eine Gelegenheit geboten, welche die Glieder der Kirche nicht verlieren dursten: die Thür stand vor ihnen offen und sie waren verbunden einzutreten. Man hätte wohl als Motto für diese Gesellschaft die Inschrift eines alten Hauses in Chester wählen können. Die Geschichte, welche sich an das Haus knüpft, ist folgende: Als die Pest vor 300 Jahren nach Chester kam, wurde jedes Haus außer diesem einen von ihr heimgesucht, und daher setzten die Bewohner desselben nach dem frommen Sinn, der wenigstens in äußeren Dingen unsere Vorfahren auszeichnete, die Inschrift über das Haus: „Gottes Vorsehung ist mein Erbtheil". Diese Worte möchten wir als Motto für unsere- Gesellschaft erwählen. Gottes Vorsehung hat. uns die Thür geöffnet, und nach dem sowohl, was ich aus eigener Erfahrung weiß, wie nach dem, was ich von Anderen erfahren habe, behaupte ich, daß die Gesellschaft bei mehr als einer Gelegenheit in die wichtigsten Arbeitsfelder, welche sie je eingenommen hat, fast mit Gewalt hineingedrängt worden ist.