Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 7-8 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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122 geboren sehen? Laßt uns beten, daß Gott seinen Liebesrath gegen dieses alte Volk erfüllen und auf das Haus Israel und die Einwohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Gebetes ausgießen möge; dann werden wir auch das Hosianna, welches wir soeben an diesem Festtage von den Lippen bekehrter Judenkinder vernommen haben, in der ganzen Welt hören. Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! So Rev. Wilson. Wir theilen nach seiner Rede einige Stücke aus der des Rev. Halsted mit. Derselbe sagte außer Anderem: „Sollte diese Gesellschaft überhaupt wohl bestehn? Viele weltliche Leute erklären: „ „Alles ist auf ein bloßes Gefühl gegründet; es ist ein visionäres Bild, ihr lebt in einem Traumlande, wenn ihr von der Bekehrung der Juden redet." " Aber selbst, es wäre Alles nur ein Traum, haben wir nicht ebensoviel Recht für unsere Träume als jene für die ihrigen? Was wäre das Leben ohne seine Träume und ohne seine Ideale? Soll es uns denn gefallen, immer nur hier unten in die harte Wirklichkeit des uns umgebenden Thatsächlichen verstrickt zu sein? Was ist's als ein Traum, der ihn erfreut, wenn sich der Mensch der Welt zur Musik, zur Malerei, zur Bildhauerkunst oder überhaupt zn irgend einer Kunst in den mannigfaltigen Gestalten derselben wendet? Aber unsere Sache ist nun doch kein Traum und unser Werk hat mit Visionen nichts zu thun. Wir gehn im Gehorsam gegen das klarste und bestimmteste Gebot Gottes selbst vor, wir bauen unsere Erwartungen auf die deutlichsten Verheißungen. Denn dies ist das Gebot: „Gehet hin in alle' Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur, in Jerusalem anfangend". Und das ist die Verheißung: „Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen Alle, die daran glauben, die Juden zuerst und auch die Griechen". Auf dem festen Grunde der Offenbarung stehend und glaubend, daß die Bibel ist, was sie ist, das Wort des lebendigen Gottes, bei dem jede Verheißung Ja und Amen ist, können wir mit Gleichmuth alle die Aeußerungen des Hohnes ertragen, den man gegen dieses Werk im Besonderen, wie gegen das Missionswerk im Allgemeinen schleudert. Wenn ich zumal auf dieses Werk sehe, so erkenne ich ein ganz klares und deutliches Walten der göttlichen Vorsehung. Für mich ist das Leiten der Vorsehung so klar, wie damals, als der macedonische Mann dem Paulus in der Nacht erschien und zu ihm