Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 7-8 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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120 jene in aller Welt zerstreuten Juden sind eine beständige Erinnerung und ein beständiger Beweis von der Wahrheit gerade des Messias, den sie verwerfen — gerade des gekreuzigten Erlösers, den sie abweisen. Und was dann die Zukunft dieser Leute betrifft — was sollen wir von der Zukunft dieser Nation sagen? Können wir die Worte der Prophetie lesen, die Sprache des Jesaia, die Sprache des Sacharja und der andern Propheten, ohne es zu fühlen, daß es noch eine herrliche, eine wunderbare, eine staunenerweckende Zukunft für dieses interessante und noch gebeugte Volk giebt? Brauche ich denn erst daran zu erinnern, daß alle unsere Hoffnungen, nicht allein unsere gegenwärtigen, sondern auch alle Hoffnungen für die Zukunft, die nun unsere Herzen beleben und unsere Gedanken erfüllen, eng und innig mit dieser Nation der Juden verknüpft sind? Niemand kann Pauli Brief an die Römer lesen und seine auf Israels zukünftige Bekehrung bezüglichen Worte, ohne es zu fühlen, daß die Wiederherstellung dieser Nation erfüllt werden soll. Wenn die Welt bekehrt und das Messiasreich aufgerichtet werden, wenn der Heiland als der Allerhöchste, als der König der Könige, der Herr aller Herren, herrschen soll, so muß es in enger und inniger Verbindung mit der jüdischen Nation geschehn. Wir glauben, daß Gott Hernachmals diese Nation als sein großes, als sein erlesenes Werkzeug gebrauchen wird, um die Welt zu erleuchten. „Um Zions willen", sagt der Prophet, „will ich nicht schweigen und um Jerusalems willen nicht inne halten, als bis ihre Gerechtigkeit aufgeht wie ein Glanz und ihr Heil entbrenne wie eine Fackel." Es ist wahr, daß uns große Schwierigkeiten in dem Wege der Bekehrung der Juden entgegenstehn. Und eines Juden Bekehrung ist ein wunderbarer Beweis der göttlichen Gnade, wenn wir bedenken, was ein Jude um seiner Taufe willen zu leiden hat. In meiner Pfarrei (Jslington) hatten wir zwei Geistliche jüdischer Abkunft. Einer derselben leidet jetzt an tiefer, vielleicht bleibender Schwermuth, und ich führe die Krankheit dieses treuen und frommen Mannes zum größten Theil auf die Leiden zurück, die er von seiner eigenen Familie zu ertragen hatte, und auf die Verfolgungen, die gegen ihn von Seiten seiner jüdischen Verwandten ausgingen, als er ein Diener des Herrn Jesu Christi wurde. Doch haben wir schon gegenwärtig klare und kenntliche An-