Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 7-8 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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116 das ganze gesetzliche Opferwesen hindurchzieht, was die Opfer im Schatten und Typus darstellen, das ist die vergebende Liebe Gottes, die zur Buße ruft. Das Opfer des himmlischen Hohenpriesters ist die Gottesthat der vergebenden Liebe. Gott ist die Wahrheit, Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm (1. Joh. 4, 16). So ist denn der Bund, den der himmlische Hohepriester geschlossen, ein vorzüglicherer Bund, als der gesetzliche. Er ist dieses Bundes Bürge, an und in seiner ewigen priesterlichen Person haben wir die Bürgschaft, daß wir Vergebung haben. Er haftet uns für das Heil. Wie er in das himmlische Allerheiligste ekngegangen ist — denn diese Stätte gebührt dem ewigen Hohenpriester — so sollen auch wir kraft seines Opfers, das uns mit Gott versöhnt, in das ewige Hciligthum eingehen, Gott ewig und selig als Priester zu dienen mit Loben und Danken. Dem Volk Israel war das irdische Allerheiligste verschlossen, uns ist das himmlische Allerheiligste aufgethan. Endlich folgt noch einmal die Vergleichung des himmlischen Hohenpriesters mit den gesetzlichen Priestern: Hebr. 7, 23—25. „Und diese sind mehrzählig geworden zu Priestern, weil sie durch den Tod gehindert werden, dabei zu bleiben. Jener aber, weil er bleibet in Ewigkeit, hat als ein unwandelbares das Priesterthum. Weshalb er auch erretten kann vollkömmlich die, welche durch ihn zu Gott nahen, allezeit lebendig, um vermittelnd für uns einzutreten." Die levitischen Priester wurden in mehrfacher Zahl berufen, damit nicht jemals das Amt ausstürbe; der himmlische Hohepriester aber hat das Amt unwandelbar auf immer und ewig. Wie es nicht auf ihn von einem Vorgänger übergegangen ist, so geht es auch von ihm nicht auf einen Nachfolger über. Er ist das Priesterthum leibhaftig und persönlich; alle Fülle priesterlichen Waltens faßt sich in ihm zu einer Einheit zusammen; er ist der einige, ewige Priester. So kann er vollkömmlich erretten die, welche durch ihn zu Gott hinzunahen, welche im Glauben an ihn, den Mittler, die Gemeinschaft mit Gott suchen und finden, die Gemeinschaft, welche durch die Sünde und Schuld zerrissen war. Wie in der Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus Abraham sagt: „Es ist