Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 7-8 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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117 eine Kluft zwischen uns und euch befestigt", so ist durch die Sünde eine Kluft zwischen dem schuldbeladenen Menschen und dem heiligen Gott, zwischen der Erde und dem Himmel gerissen. Jesus ist die Brücke über diese Kluft. Nun ist der Zugang zu dem versöhnten Gott durch den ewigen Hohenpriester offen. Denn Jesus Christus, „allezeit lebendig", tritt auf ewig vermittelnd für uns ein. Im Himmel ist der Priester nach der Weise Melchisedek's ewiglich. Und wie Israel zu den großen Festen nach dem irdischen Heiligthum in Jerusalem hinzog, zu ruhen von des Lebens Arbeit und Sorgen und in Gott zu feiern, so ist nun das Leben der Gemeinde des himmlischen Priesters ein Zug hin nach dem himmlischen Heiligthum, dort auf ewig zu ruhen von des Lebens Mühe und Thränen, denn Gott selbst wird abwischcn Aller Thränen von ihren Augen (Offenb. 31, 4; Jes. 65, 16). Aber Israel gelangte nur bis zum Vorhof; das eigentliche Heiligthum war ihm verschlossen. Sind wir hienieden auch nur im Vorhof? Sind uns die Thüren zum Heiligthum verschlossen? Mitnichten! DasHeiligthum thut sich dem gläubigen Herzen auf. Jesus Christus ist unser Heiligthum. Er in uns und wir in ihm: das ist das selige Wesen des Glaubens schon hienieden. Und die christliche Hoffnung tritt mit kühnem Schritt hinaus über die wenigen Tage, die uns noch von der ewigen Herrlichkeit scheiden, und schaut im Geist den ewigen Frieden und die ewige Seligkeit. So thut der ewige, himmlische Priester sündigen Menschen das himmlische Heiligthum auf. Er ist die Thür, der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh. 14, 6). „Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferstanden ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns." (Röm. 8, 34.) Vom Iahresfest der Londoner Gesellschaft für Israel. Auf dem diesmaligen Jähresfeste der Londoner Gesellschaft für Israel hat die Sache der Judenmission einige besonders warme Fürsprecher und Vertheidiger gefunden. Je mehr gerade dieser Mission selbst in angeregteren christlichen Kreisen noch immer eine gewisse Antipathie entgegensteht, desto mehr thun Zeugnisse wohl, welche ein warmes Herzensinteresse für ihre Sache bekunden. Mögen