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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 7-8 (1874) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
7-8 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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115 öffnet, denn der Vorhang, die Sünde und Schuld, ist auf ewig getilgt.') Jetzt wird noch eine neue Seite an der Erhabenheit des Priesters nach der Weise Melchisedek's über die gesetzlichen Priester hervorgehoben: Hebr. 7, 20—22. „Und inwiefern nicht ohne Eidschwur (dies geschah) — denn jene sind Priester, die es ohne Eidschwur geworden, dieser aber mit Eidschwur durch Den, der zu ihm sagt: Geschworen hat der Herr und nicht wird er sich's gereuen lassen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedek's — eines insofern vorzüglicheren Bundes Bürge ist geworden Jesus." Die gesetzlichen Priester sind ohne, Jesus aber, der Priester nach der Weise Melchisedek's, ist mit einem göttlichen Eid berufen. Dieser Eid, durch welchen Gott sich den Menschen gegenüber gebunden und verbunden hat, durch welchen die Ernennung des himmlischen Hohenpriesters unverbrüchlich verheißen ist, soll ein Fels unsers Glaubens und unsrer Hoffnung sein. An diesem Hohenpriester hängt unsre Seligkeit; und um jeden Zweifel zu beseitigen, hat Gott an ihn seinen Gottes-Eid gehängt. Mit Andacht, in den Staub gebeugt vor solcher Herablassung des allerhöchsten Gottes zu unsrer Schwachheit wollen wir uns in diesen Gnaden- Eid versenken, der an unser Herz klopft und uns zum Glauben und zum Vertrauen ruft. Hier ist Gottes Wort, hier ist Gottes Eid! Menschenkind, was schwankst du noch, was hast du noch für Bedenken? was könnte Stand halten vor diesem Eid? welcher Zweifel, welche Anfechtung müßte nicht schwinden, wie Nebel vor der Sonne, vor dieser felsenfesten Zusicherung des gnädigen Gottes? Das Menschenherz mit seinen Zweifeln ist wie ein Schiff, das von den Stürmen und Wellen hin und her geworfen über die unendliche Tiefe dahinschwankt; dieser Eid ist der Anker, der es festmacht, ruhend in Gottes Herz, in Ihm, der die Wahrheit ist. Gott ist die Wahrheit, Gott giebt die Wahrheit, die die Sehnsucht des Menschenherzens stillt. Gott ist die Wahrheit, und die Wahrheit ist die Liebe, die uns schwört: Du sollst durch den himmlischen Hohenpriester selig werden. Die Liebe vergiebt. Was sich durch *) Bergt. Marc. 15, 37. 38: Aber Jesus schrie laut und verschied. Und der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten ans. 8«

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