Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 7-8 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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114 sein Amt nicht auf die Zeit eines Menschenlebens, sondern er ist Priester ewiglich nach der Weise Melchisedek's. Sein Priesterthum ist also ein persönliches und ewiges. Es läßt sich bei ihm nicht, wie bei menschlichen Priestern, Amt und Person scheiden, sondern er ist eine priesterliche Person, wie er ein persönlicher Priester ist. Und was er gethan und gelitten in diesem persönlichen Priesterthum, das Opfer, das er in seiner Person dargebracht, das hat seine Gültigkeit, nicht, wie sonst die priesterliche» täglichen Opfer, von einem Tage zum ander», oder, wie das hvhepriesterliche jährliche Opfer am Versöhnungstage von einem Jahr zum andern, sondern auf ewig. Dies sein ewiges Priesterthum ist auf's Innigste verwachsen mit seiner ewigen Persönlichkeit.- Mensch geworden und eingetreten in die Zeitlichkeit, ist er der Gottmensch; und der Mensch wurde, ist der Gottessohn von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist die tiefe Bedeutung des Psalmworts: „Du bist Priester ewiglich nach der Weise Melchisedek's". Und was folgt nun daraus? Hebr. 7, 18. 19. „Denn damit wird das vorige Gesetz aufgehoben, darum, daß es zu schwach und nicht nütze war — denn düs Gesetz konnte Nichts vollkommen machen — und wird zugleich eingeführt eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen." Zweierlei folgt aus der Aufstellung des Priesters nach der Weise Melchisedek's: lj Das vorige, das der Zeit nach als Weissagung von diesem Priester vorangehende Gesetz wird aufgehoben, weil es die Vollendung nicht bringen konnte, d. h. weil es das Heil, die Erlösung, Heiligung und Seligkeit nicht bringen konnte, weil es nicht im Stande war, die Sünde zu brechen und zu tilgen. (Vergl. auch Vers 11.) 2) Es wird nun eine bessere Hoffnung eingeführt, durch welche wir zu Gott nahen. Der Mittler ist nicht mehr ein sterblicher, sündiger Mensch, sondern der ewige Hohepriester. Die Versöhnung geschieht nun nicht mehr durch blos symbolische und typische Opfer, sondern sie ist auf ewig geschehen durch das Opfer des ewigen, himmlischen Hohenpriesters. Wir sind nun mit Gott versöhnt durch seinen Sohn. Der Zugang zum Allerheiligsten ist ge-