Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 7-8 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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dem durch die Weissagungen des A. T. das Priesteramt verkündigt war, der von Gottes wegen das große Opfer seiner eigenen Seele für die Sünder darbringen sollte (Jes. 53, 12). Wenn nun der Hebräerbrief so die typischen Tiefen der heiligen Geschichte in Bezug auf Melchisedek aufdeckt, wenn er das Bedeutsame auch dessen hervorhebt, was sie verschweigt, so lassen sich damit ähnliche Auffassungen vergleichen. So sagt Philo (I. 555. 10): Wenn die heilige Schrift von Kain's Tode Nichts melde, so liege darin, daß das Böse unsterblich sei, d. h. auf Erden unaufhörlich fortwuchere. So ist ein rabbinischer Grundsatz, daß ein Heide, wenn er zum Judenthum übertrete, keinen Vater habe/) nämlich keinen, der für das jüdische Recht in Betracht komme. So hat für die typische Betrachtung Melchisedek keine Eltern, kein Geschlecht, die in diesem Zusammenhang in Betracht kämen. Es handelt sich hier ja nicht um die Person des Melchisedek, wie - sie nach gewöhnlicher menschlicher Betrachtung sich stellen würde, sondern um den Melchisedek der heiligen Geschichte, der als Priesterkönig aus der Nacht des Heidenthums plötzlich hervortritt, dessen Erscheinung nicht weiter durch seine Vorgeschichte vorbereitet ist, sondern der kommt als Das, was er ist, als der Priester des Höchsten. Aehnlich wird uns ja auch über Abraham's Jugendzeit Nichts berichtet: Wir kennen ihn in der heiligen Geschichte nur als den Mann des Glaubens. Wie Abraham der Mann des Glaubens von Gottes Gnaden ist, so Melchisedek der Priester des Höchsten von Gottes Gnaden. Melchisedek hat auch „weder einen Anfang der Tage, noch des Lebens ein Ende". Die heilige Geschichte redet weder von seiner Geburt, noch von seinem Tode. Während sonst Wiege und Sarg als die erste und die letzte Behausung des Menschen uns vor der Seele stehen und das irdische Leben des Sterblichen sich uns darstellt als eine Wanderung von der Wiege zum Sarge, wird von Melchisedek nur als von einem Lebenden geredet. So ist er ein Typus Dessen, der keinen Anfang der Tage hat, dessen Leben nicht der Zeitlichkeit angehört, sondern der Ewigkeit, und ein Typus Dessen, der kein Ende des Lebens hat; der, wenn er auch bei seiner Menschwerdung 2K pK- Bereschtth Rabba Sekt. 18. Fol. 18, 2.