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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 7-8 (1874) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
7-8 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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103 im Glauben gereift, weist die verlockende, reiche Gabe der Welt ab, während er die bescheidene Gabe des Melchisedek — Brot und Wein — dankbar annimmt, in Glaubenssreudigkeit den Segen des Priesterkönigs über sich ergehen läßt und sich willig unter den Priester Gottes des Höchsten unterordnet. Dieser Segen berührte eine verwandte Saite in Abraham's Herzen und klang zusammen mit dem Gedanken, der seine tiefste Seele bewegte, daß er der Mann des Segens sein, daß in ihm alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden sollten (1. Mose 12, 2. 3). Abraham gab dem Melchisedek den Zehnten und erkannte damit thatsächlich, gleichsam osficiell das Priesterthum des Königs von Salem an. Und nun wird der Name Melchisedek gedeutet: Er heißt „König der Gerechtigkeit". Ein König der Gerechtigkeit ist ein solcher, der sich in seiner Regierung nur von der Gerechtigkeit leiten läßt und der in seinem Reich darnach trachtet, alles ungerechte Wesen zu vertilgen und statt dessen Gerechtigkeit zu schaffen. Zweitens ist Melchisedek „König von Salem, k h. König des Friedens"; sein Reich ist ein Friedensreich. Der Friede ist die Frucht der Gerechtigkeit: Wo Gerechtigkeit ist, da ist auch Friede; aber die Gottlosen haben keinen Frieden (Jes. 57, 21). So lesen wir Jes. 32: „(Das Land wird verödet sein,) bis ausgegvssen wird über uns der Geist aus der Höhe, und die Wüste wird zum Fruchtgefild und das Fruchtgefild dem Walde gleichgeachtet. Und es macht Recht in der Wüste Wohnung und Gerechtigkeit läßt auf dem Fruchtgefild sich nieder. Und die Wirkung der Gerechtigkeit wird Friede sein, und der Lohn der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit auf ewig. Und es wohnt mein Volk an Friedensstätte und in traulich sichern Wohnungen und auf wohlgemuthen Ruheplätzen." Welch ein lieblich Bild des Reiches der Gerechtigkeit und des Friedens! Beides nun, Gerechtigkeit und Frieden, sind in den Weissagungen des A. T. hervorstechende Charakterzüge der Zeit und des Reiches des Messias. Der 72. Ps. giebt ein herrliches und liebliches Bild des Königs der Gerechtigkeit. Bei Jer. 23 lesen wir: „Siehe, Tage kommen, spricht Jehova, da erwecke ich dem

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