Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 5-6 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Thron. Und sein Volk trägt Heiliges, priesterliches Gewand; es ist ein geistlicher Kampf, zu dem sie ausziehen. Das deutet sich schon hier an, wie es in der Erfüllung sich hell und klar herausstellt. Diese Vereinigung des königlichen und priesterlichen Amtes in der Person des Messias finden wir auch bei Sacharja 6, 12: „So spricht Jehova der Herr: Siehe, ein Mann, Zemach (d. h. Sproß) mit Namen, der wird von seinem Ort aufsprossen und bauen den Tempel Jehovas. Ja, Er wird bauen den Tempel Jehovas und Er wird erlangen Majestät und sitzen und herrschen auf seinem Thron und ein Friedensrath wird sein zwischen ihnen beiden" (d. h. dem in ihm vereinigten König und Priester). Die nähere Betrachtung Melchisedcks, als Typus des Messias, behalten wir uns für den zweiten Abschnitt „Melchisedek und Hebräerbrief" vor und wenden uns jetzt zu dem König von Sodom. Dieser, war Abraham auch entgegengegangen. Er fühlte sich gedrungen, Abraham seinen Dank nicht blos mit Worten, sondern auch thatsächlich abzustatten. Er bot Abraham eine königliche Dankesgabe an: nur die Leute, die Abraham aus der Gefangenschaft gerettet, wollte der König behalten, aber die Beute, die Abraham zurückerobert, sollte er als Dankesgabe von dem König annehmen. Was wird Abraham nun thun? Die heilige Geschichte meldet uns 1. Mose 14, 22 folgd.: „Aber Abraham sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe meine Hände auf zu dem Herrn, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde gegründet, daß ich von Allem, das dein ist, nicht einen Faden noch Schuhriemen (also nicht das Allergeringste) nehmen will, daß du nicht sagest, du habest Abraham reich gemacht. Ausgenommen was die Jünglinge verzehrt haben; und die Männer Aner, Escol und Mamre, die mit mir gezogen sind, die laß ihr Theil nehmen." Es gilt hier von Abraham das Wort: „Das Alte ist vergangen, siche, es ist Alles neu geworden". Als einen neuen, von seinem Fall neu erstandenen Menschen sehen wir ihn hier vor uns. Die Selbstsucht, die sich in ihm bei der Anfechtung in Egypten regte, ist überwuuden. Der Mann des Glaubens zeigt sich uns in selbstloser, hochherziger Liebe. Die Liebe läßt sich nicht bezahlen. Was sie thut, das thut sie um Gottes und um ihrer selbst willen und in sich selbst findet sie ihren Lohn. Die Uneigennützigkeit, die es