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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 5-6 (1874) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
5-6 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Melchisedek ist eine durchweg eigenthümliche Erscheinung. Mitten in heidnischer Umgebung ist er Bekenner und Priester deS Einen wahren Gottes, des allerhöchsten Gottes. Wie des Nachts, wenn finstere Wolken den Himmel überdecken, ein einziger Stern noch hell durch das Dunkel leuchtet, so steht Melchisedek da mitten in der Nacht seiner heidnischen Umgebung. Und mit ihm erlischt diese Leuchte Gottes in dem Volk Melchisedeks, keine folgenden Spuren dieses Lichts zu Salem sind uns in der heiligen Geschichte erhalten. Bedeutsam ist der Name dieses Priesterkönigs, Melchisedek, d. h. König der Gerechtigkeit. Welch ein herrlicher Name mitten in der Sünde und Nacht des Heidenthums! Er ist König von Salem, d. h. Friede. Wo Gerechtigkeit ist, da herrscht auch Friede; wo aber Ungerechtigkeit und Sünde ist, da herrscht Unfriede und Streit, denn die Gottlosen haben keinen Frieden. Salem ist derselbe Name, der später Jerusalem, d. h. Friedensstätte heißt. Int 76. Psalm B. 3 kommt poetisch dieser alte Name Salem für Jerusalem vor. Schon nach diesen Bedeutungen von Melchisedek und Salem haben wir hier einen Typus der Zukunft vor uns, wie sie durch Gottes Gnade sich gestalten soll. Die Könige sollen Könige der Gerechtigkeit und ihre Länder und Städte sollen Stätten des Friedens werden durch Gottesfurcht und Gottseligkeit, welche Glück und Frieden über Fürsten und Völker bringen. Aber -daß in dieser so eigenthümlichen Gestalt des Melchisedek noch ein tieferer Typus vorhanden sei, das deutet uns schon das A. T., wenn wir im 110. Psalm lesen: „Du bist Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks". Wer ist in diesen Worten angeredet? Wir haben im Neuen Testament ein wichtiges und interessantes Zeugniß davon, wie, zur Zeit Jesu Christi dieser Psalm aufgefaßt wurde. Wir lesen Matth. 22: „Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünkt euch um Christus (d. h. den Messias)?' Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: „Der

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