Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 5-6 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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69 ist alle Monat regelmäßig eine Sitzung abzuhalten, die auswärtigen Herren Pastoren betheiligen sich vierteljährlich an derselben. Sie haben mit Rath und Thal mir zur Seite zu stehen und ist vorauszusetzen, daß auch auf diesem Wege ein größeres Interesse für diese Angelegenheit geweckt werden wird. Wünschenswerth wäre es, daß in den Gemeinden sich Freunde der Arbeit an Israel zusammenthäten, wie solches seit Jahren schon in Weißenstein unter der Leitung des treuen Dr. Hesse geschieht, um geordnete und geregelte Handreichung darzubieten, sonderlich aber auch, um mit herzlichem Gebete diejenigen, die schon aus Israel gewonnen sind, als auch die noch herbeigebracht werden, dem treuen Herrn zuzuführen. Wenn wir nun einen Rückblick auf die Personen aus Israel werfen, die zum Theil in vorübergehendem Umgänge mit uns gewesen sind, theils Aufnahme und Belehrung bei uns erhalten haben, theils den Unterricht in der Heilslehre beendeten und zur heiligen Taufe zugelassen wurden, so treten uns da die verschiedenartigsten Gestalten in Bezug auf Gewerbe, Alter rc. entgegen. Gleichzeitig aber sind solche dagewesen, deren Andenken traurige Furchen des Schmerzes im Herzen zurückgelassen hat, die nicht den Weg des Friedens und der Wahrheit, der ihnen hier gewiesen worden ist, wandelten, sondern in allerlei Sünde und Schande gerathen sind. Wir dürfen uns aber auch nie dem Wahne hingeben, daß die ans Israel zu dem Herrn Bekehrten ganz besondere Christen seien, denen der Heiligungskamps erspart sei. Nein sicherlich nicht, sondern es ist vielmehr nicht zu leugnen, daß eben solche Proselyten sich oft in sehr großer seelischer Noth befinden, denn der böse Feind, der vorher sie besaß und nun dieselben aus seiner Gewalt genommen sieht, möchte die Beute nicht daran geben und sucht mit seiner Macht und List sie zum Falle zu bringen. Ach daß wir Christen ein besseres Verständniß für den oft so trüben und traurigen seelischen Zustand eines Proselyten hätten, der von dem köstlichen Christusbilde, das ihm im Unterrichte in das Herz gezeichnet wird, so wenig in der Christenschaar selbst findet, statt dessen aber oft Lieblosigkeit, Gleichgültigkeit, wenn nicht gar Verachtung. Andrerseits ist aber auch nicht zu leugnen, daß die opferfreudige Liebe der Christen den Proselyten gegenüber von denselben als eine selbstverständliche Pflicht und Nothwendigkeit oft angesehen wird, in Folge dessen man Schweres an ihnen zu tragen hat. Wenn nun manche