Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 5-6 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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68 selbst ist ein bescheidenes, recht amnuthiges zweistöckiges Haus. Der untere Stock besteht aus zwei verschiedenen Räumen für die Proselyten, einem kleineren Zimmer, das sogenannte Sprechzimmer, wohin eben die noch Schüchternen aus Israel kommen, um ihre Herzensangelegenheiten mehr abgesondert, ohne mit den andern Einwohnern des Hauses zusammenzukommen, vorzubringen, einer Küche und zwei kleinen Kammern. Im obern Stocke sind vier Zimmer, von denen eins für die Gemeindebibliothek eingerichtet ist und in welchem sich auch zum Theil das erforderliche Lehrmaterial als: Lehrbücher, Traktate rc. befinden; die drei übrigen Zimmer sind für den Hausvater und seine Familie eingeräumt. Die Wichtigkeit dieser Einrichtung wird Jedermann einleuchten, so man bedenkt, daß die meisten der sich bei uns meldenden Israeliten aus fernen Orten kommen und diejenigen, die aus Kischinew sind, aus ihrem Verwandtenkreise gewöhnlich ausgeschlossen werden. Zu dem kommt aber noch, daß in dieser Weise ein guter Einfluß auf den Charakter rc. geübt werden kann und wir in den Stand gesetzt sind, die Proselyten besser kennen zu lernen. Sehr wichtig ist es, daß eben dieses Haus im Pfarrhofe sich befindet, so daß mit der größten Leichtigkeit zu jeder Zeit es von mir erreicht werden und somit aber auch der nöthige Einfluß geübt werden kann. Ihr lieben Freunde des Reiches Gottes, betet zu dem Herrn der Gnade, daß nun in jenem Hause Viele zum Friedensfürsten geführt werden und mit rechtem Glauben den Gruß des Herrn „Friede sei mit euch" in ihre Herzen aufnehmen. Einen wichtigen Schritt haben wir in der hiesigen Arbeit an Israel weiter gemacht. Als diese Angelegenheit auch auf der diesjährigen Synode in Odessa besprochen wurde, kamen wir darin überein, daß es wünschenswerth fei, daß, da die Arbeit immer weitere Dimensionen annimmt und dadurch immer schwieriger und die Verantwortung für meine Person nach Außen hin immer größer wird, ja für den Fall meiner Abberufung, sei es an einen andern Posten, sei es zur ewigen Heimath, das hiesige Werk nicht aufgelöst werde, mir zur Seite ein Beirath gewählt werde. So geschah es denn auch und zu solchem Beirathe wurden erwählt 2 Pastoren, nämlich Herr Past. Kerm aus Glücksthal und Hetr Past. Katterfeld aus Kassel, und 2 Laien, die Herren H. F. Runge, Präsident des hies. Kirchenrathes, und H. Spitto, Schulvorst, an unsrer Kirchenschule. Mit den beiden in Kischinew sich befindenden Gliedern des Beirathes