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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 5-6 (1874) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
5-6 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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67 Der Bau wurde in Angriff genommen und unter Gottes Hülfe zu Ende geführt. Allerdings betrug er die bedeutende Summa von 2275 Rbl. 61 Kop. Ein Theil des Geldes kam während des Baues noch ein, doch mußte ich leider noch eine bedeutende Schuld machen. Ich bin überzeugt, daß dieselbe Liebe in der Nähe und in der Ferne, die freudig Hand und Herz für die Arbeit an Israel dargereicht hat, auch ferner zur Deckung der Schuld das Ihrige thun wird. Am 12. August als art unferm diesjährigen Missionsfeste, zu welchem der Pastor Kerm aus Glücksthal herübergekommen war, hatten wir denn auch die Freude, unser Proselyten-Asyl einweihen zu können. Nach beendetem Gottesdienste begaben sich Berichterstatter nebst den Vorständen der Gemeinde und einer Schaar Gemeindeglieder in das vollendete Haus, welches lieblich von recht anmuthigen Gartenanlagen umgeben, bescheiden, aber zweckentsprechend, vor uns lag. Hierauf vereinte am Missionsfeste die Gemeindevorstände und einige nahestehende Freunde ein einfaches Mittagsmahl im Pastorate. Am Abend desselben Tages war uns ein recht liebliches Zusammensein noch vergönnt. Anmuthig lag nun das Asyl im Garten da. Die Dunkelheit der Nacht wurde durch bunte Laternen und recht gelungene Transparente angenehm beseitigt. Auf letzteren waren die Inschriften „Friede sei mit euch" in deutscher und hebräischer Sprache, ferner „Danket dem Herrn, und prediget'seinen Namen; verkündiget sein Thun unter den Völkern", nur in deutscher und „Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden" in deutscher und hebräischer Sprache, welche als Gaben zum Feste von liebender Hand angefertigt worden waren. Zur leiblichen Stärkung waren von Frauenhand, ebenfalls eine Liebesgabe zum Feste, einige Theetische mit dem nöthigen Zubehör bereitet. Den Hauptranm bildete ein Halbkreis, an dessen runder Seite sich auf einem Podium ein Harmonium befand, welches die Lieder, die von Kindern und Erwachsenen gesungen wurden, mit seinen schönen Tönen begleitete. Es wurden einige Stunden in schöner Weise verbracht und schloß unser Zusammensein mit gemeinschaftlicher Abendandacht, in welcher der Herr um den Weiterbau seines Reiches gebeten wurde. Einige Israeliten aus der Stadt, die noch fern dem Herrn standen, hatten Theil genommen an der Festlichkeit in der Kirche und an der friedlichen Abendunterhaltung und mancher fühlte sich ganz wunderbar von den Eindrücken jenes christlichen Festes berührt. Das Asyl 5»

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