Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 3-4 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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56 können. An jedem Sonntage haben wir sieben Gottesdienste in vier verschiedenen Sprachen, Bibelstunden und Gebetsversammlungen während jeder Woche, und sie alle werden wohl besucht. In dem gesammten Zustande der Mission hat sich seit dem Vorjahre wenig geändert. Die Londoner Gesellschaft für Israel erhält ihr Hospital ausschließlich für Juden und Jüdinnen; ihr Industrie- Haus, in welchem Taufbewerber und Proselyten in der Religion unterwiesen werden und Gewerbe erlernen, durch welche sie sich hernach ihr Brot verdienen sollen; die Heimath für forschende Juden, in welcher nach Wahrheit suchende Juden eine vorläufige Aufnahme und Unterricht finden, aber nicht über die Zeit von drei Monaten hinaus, um, wenn sie als zuverlässig und aufrichtig erkannt werden, probeweise in das Jndustriehaus ausgenommen zu werden; ihre Industrieschule für jüdische Frauen, die gegenwärtig unter der Leitung von Miß Dickson steht, und zwei Schulen, die eine für Knaben, die andere für Mädchen, mit ungefähr 40 Kindern unbekehrtcr Juden, die daselbst zusammen mit einer hübschen Zahl von Proselyten- und anderen christlichen Kindern Kost, Logis und Unterricht empfangen. Alle diese Institute arbeiten miteinander, und Gott sei Dank nicht ohne Erfolg, um die jüdischen Herzen mit der christlichen Wahrheit vertraut zu machen, obgleich man in dem Erfolge nur sehr wenig bemerkbare Fortschritte wahrnimmt. Im Ganzen haben wir sieben Schulen und Waisenhäuser in Jerusalem, in denen mehr als 400 Kinder beider Geschlechter außer in weltlichen Dingen im Worte Gottes treulich unterrichtet werden; die Kinder gehören verschiedenen Religionsbekenntnissen an; unter ihnen befinden sich auch Juden, Muhamedaner und Drusen. Außerdem besitzen die deutschen Diakonissen ein Hospital, in welchem Kranke der verschiedensten Glaubensbekenntnisse, in der Zahl von etwa 1000 des Jahres, freundlich gepflegt werden. Und endlich haben wir ein Hospital, in dem etwa 16 Aussätzige wohl gehalten sind. Alle diese Institute werden durch die christliche Liebe Englands und Deutschlands erhalten; und wenn die Werke der Liebe von eifrigen und gläubigen Gebeten begleitet werden, so müssen sie ja Früchte zum Preise des Erlösers bringen. Auch dürfen wir, obwohl ich mich scheue, davon zu sprechen, Gott sei Dank, doch manche Früchte sehen; wenigstens sehen wir Knospen und Blüthen, die ich der eifrigen Fürbitte des Volkes Gottes empfehle, in dem festen Glauben, daß, wenn die