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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 3-4 (1874) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
3-4 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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53 Bilder- und Götzendienst, der sich wie mit zauberhafter Gewalt der Herzen bemächtigt hatte und der die Quelle für eine ganze Reihe von Sünden wurde. Der Götzendienst lag in der Strömung des Zeitgeistes und war der Fallstrick, der Israel endlich zum Sturz brachte. Und dies Alles steht ja unsrer eigenen Zeit nicht wie etwas gegenüber, das nur unser geschichtliches Interesse in Anspruch nähme, sondern als ein Spiegel, der uns in einem Lebensbilde zeigt: „Die Sünde ist der Leute Verderben". (Sprüchw. 14, 34.) Für alle Zeiten hat unser Heiland gesprochen (Matth. 7, 15): „Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe". Das Schafskleid ist der süße und freundliche Ton, mit welchem sie ihre Weisheit anpreisen: man werde doch nicht in der Finsterniß vergangener Zeiten bleiben, man werde doch sich dem Fortschritt nicht verschließen wollen u. s. w. Und dann kommt der Menschengeist und setzt sich auf den Richtstuhl, um über die Bibel abzuurtheilen. Da ist dann dies zu verwerfen und jenes unhaltbar, und dies ist veraltet und jenes unglaublich. Nun, und was bleibt? Der Eine läßt mehr, ein Anderer weniger stehen, und was bleibt, das ist auch durch den Schmelztiegel hindurchgegangen, und sieht ganz anders aus, als ursprünglich. Und nichts ist mehr fest, und Alles sind Ansichten und Meinungen, und wenn ein Menschenkind in den Stürmen des Lebens auf den wilden. Wogen der Trübsal umhergeworfen wird und er greift nach einem Halt — siehe, dann ist es ein Strohhalm, den seine Hand faßt, und was wie ein Fels sich so stattlich ausnahm, das ist nichts als Sand, der dem Fuß keine Stütze giebt. Gottes Wort aber sagt: „Herr Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für" (Ps. 90, 2). Und das Volk Gottes, das sind die, welchen der Herr Sonne und Schild ist. Ein Gottes-Volk aber zu werden, das ist noch heute unsre Aufgabe und unser Ziel, daß sich das Wort des heiligen Gesetzes erfülle: „Ich will euer Gott sein, so sollt ihr mein Volk sein". (3. Mose 26, 12.) Und was hier dem Volk Israel gesagt ist, das soll nach dem Liebesrathschluß Gottes in der messianischen Zeit des Heils sich an allen Völkern auf Erden verwirklichen. Das Reich Gottes, unter dem Alten Bunde auf das Volk Israel beschränkt, sollte

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